Medien : TV-Programme im Überfluss

Aber man kann nur einen Fernseher anschließen. Was die T-Home-Pakete der Telekom bieten – und was nicht

Kurt Sagatz

Beim Privatkunden wächst derzeit zusammen, was nach Ansicht der Anbieter zusammengehört. Surfen, telefonieren, fernsehen – alles über eine Leitung, eine Rechnung und von einem Anbieter. Seit kurzem bietet auch die Telekom solche Pakete unter dem Namen T-Home an, die zumindest nicht uninteressant erscheinen. Im Fokus steht die Unterhaltung: das teuerste Paket enthält über 120 TV-Kanäle, Filme auf Abruf und als Zusatzoption das Bundesliga-Paket von Premiere und einiges davon sogar in High-Definition-Qualität. Gesurft wird in Überschallgeschwindigkeit und beim Telefonieren kann man die Kostenvorteile des Internets nutzen. Die Pakete haben dennoch ihren Preis. Das teuerste Angebot plus Bundesliga liegt bei knapp über 100 Euro im Monat. Da kann es schon ärgern, wenn man keine zweite Settop-Box anschließen kann. In diesem Beitrag erfahren Sie, was man sonst noch über T-Home wissen muss.

WAS IST BESONDERS AN T-HOME?

Eine besondere Erfahrung ist sicherlich der Blick unter den Tisch mit der Technik. Der Kabelsalat hat Ähnlichkeit mit der PC-Rückseite bei einem Computerfreak. Auch die vielen grün blinkenden Leuchtdioden an Modem und Funkrouter lassen unwillkürlich an einen Rechnerraum denken. Ganz so falsch ist diese Einschätzung ja auch nicht, denn die Medienvielfalt, die mit dem neuen VDSL- Leitungsnetz in die Haushalte gelangt, ist selbst für einen Technophilen erstaunlich. So gut wie jeden Free-TV-Sender entdeckt man im äußerst komfortablen elektronischen Programmführer, kurz EPG genannt. Ein Großteil der Programmplätze von 1 bis 100 ist damit gefüllt. Ab 100 kommen die Premium-Angebote zu Musik, Geschichte, Essen. Ab 200 folgt der Pay-TV-Bereich unter anderem mit dem Auslandsfernsehen. Das Bundesliga-Fernsehen belegt die 300er- Plätze, weitere Pay-Angebote folgen in den höheren Bereichen. Freie Sendungen nimmt der Festplattenrekorder auf. Und obendrein hat man den Direktzugriff auf die Internetvideothek von T-Online, ein Senderarchiv mit bekannten Serien und das Bundesliga-Saison-Archiv.

WAS KOSTEN DIE TELEKOM-PAKETE?

Besonders ist auch die Preisgestaltung: T-Online bietet drei T-Home-Pakete an. Das Einstiegspaket heißt „T-Home Classic“ und kostet 60,84 Euro im Monat, bietet jedoch kein Live-Fernsehen. „T-Home Complete Basic“ kostet 80,84 Euro und das Paket „T-Home Complete Plus“ gibt es für 90,84 Euro. Mitsamt Bundesliga für 9,95 Euro kommt man auf 100,79 Euro im Monat.

KANN JEDER T-HOME NUTZEN?

In weiten Teilen der mit VDSL versorgten Ballungsräume – darunter Berlin, München, Hamburg, Köln – stehen bereits die neuen Kabelverzweiger. In Berlin werden bis zum Jahresende 90 Prozent der Haushalte erreichbar sein. Bei den übrigen zehn Prozent ist die Entfernung zu den VDSL-Kabelverzweigern zu weit.

WELCHE GERÄTE BRAUCHT MAN?

Um die Geräte muss man sich nicht selbst kümmern, die gehören zu den subventionierten Paketen der Telekom. Dazu gehört unter anderem – wie bei DSL gewohnt – ein Splitter, der in die Telefondose gesteckt wird. An den Splitter wird das spezielle VDSL-Modem angeschlossen. Daran hängt der Router. Er ist die zentrale Anlaufstation für alle andere T-Home-Geräte vom Telefon über den PC bis zum Fernseher. Er verfügt unter anderem über zwei Anschlüsse für analoge Telefone. Praktisch sind besonders Schnurlostelefone, da dafür keine weiteren Kabel benötigt werden. Auch ein Analog-Faxgerät oder ein ISDN-Telefon können angeschlossen werden. Die Computer werden in der Regel per Funk (Wireless LAN) mit dem Router verbunden. Es gibt aber auch Anschlüsse für Netzwerkkabel. Einen davon benötigt man für die TV-Empfängerbox.

IST DIE INSTALLATION KOMPLIZIERT?

Wer Erfahrungen mit einem DSL-Anschluss hat, kommt auch mit der neuen VDSL-Technik gut klar – trotz des zuerst verwirrenden Kabelsalats. Die Telekom bietet den Installationsservice überdies vorerst kostenlos an, so dass man sich ruhig helfen lassen kann. Wichtig zu wissen: Der TV-Receiver, an den später der Fernseher angeschlossen wird, muss per Kabel mit dem Router – der meistens in Nähe der Telefondose stehen dürfe – verbunden werden. Anstelle des sperrigen Netzwerkkabels kann dafür auch ein unauffälliges Glasfaserkabel verwendet werden. Dies muss jedoch zuvor im T-Online-Shop im Internet gekauft werden, sonst kann es der Installateur nicht durch die Wohnung verlegen.

WAS IST MIT DEN TELEFONNUMMERN?

Voraussetzung für T-Home ist ein T-Net-Anschluss, entweder analog oder per ISDN. Somit kann man seine alten Nummern und Geräte ohne Probleme weiter nutzen, verzichtet jedoch auf die Kostenvorteile der Internettelefonie.

KANN MAN MIT DEM PC FERNSEHEN

UND DEM FERNSEHER SURFEN?

Nein, der Fernsehempfang ist nur mit dem Receiver möglich. Genauso wenig kann man derzeit mit dem TV-Receiver am Fernseher E-Mails lesen oder ins Internet gehen. Auch einige andere Funktionen wie der DVB-T-Empfang mit dem Receiver sind noch nicht freigeschaltet.

KEINE ZWEITE SETTOP-BOX?

Der Anschluss zusätzlicher Fernseher beziehungsweise weiterer Settop-Boxen ist derzeit ein ungelöstes Problem. Die Bandbreite der Internetverbindungen ließe dies zwar zu, die Schwierigkeit liegt bei den TV-Receivern. Für jeden Fernseher, auf dem ein eigenes Programm laufen soll, würde eine weitere Box benötigt. Derzeit bietet T-Online jedoch keine Zweitgeräte an. Es ist angestrebt, bis zum nächsten Jahr abgespeckte Zweitgeräte ins Angebot zu nehmen.

T-Online informiert unter:

www.t-home.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben