Medien : TV-Quoten: Papst schlägt Kanzler

Joachim Huber

Katholisch gegen säkular, der Papst in Köln, der Bundeskanzler im ZDF. Der Römer aus Bayern konnte sich am Donnerstagabend gegen den Niedersachsen in Berlin sehr gut behaupten. Der Bericht, den die ARD zwischen 21 Uhr 45 und 22 Uhr 30 zum Papst-Besuch im Programm hatte, vereinigte mehr Zuschauer auf sich als der Schröder-Auftritt in „Berlin Mitte“ von 22 Uhr 15 an. In Zahlen: „Ein Römer aus Bayern“ sahen im Ersten 2,76 Millionen, „Berlin Mitte“ im ZDF verfolgten 2,67 Millionen.

Ob das Interesse an den Wahlkampf- Sendungen nachlässt? Als die Unions-Herausforderin Angela Merkel bei „Berlin Mitte“ am 12. August zu Gast war, hatten 3,67 Millionen Zuschauer eingeschaltet, der Rekordhalter im laufenden Wahlkampf ist Gerhard Schröder mit 5,19 Millionen („Sabine Christiansen“ am 31. Juli). Jeder weitere Auftritt eines Spitzenkandidaten und weiterer Parteienvertreter kommt in die Gefahr, dass der Zuschauer und Wahlbürger die Argumente und Positionen bereits kennt. Ob Merkel oder Schröder, jeder Kandidat hat seine Wahlkampf-Messe gefunden und intoniert sie in jeder neuen Sendung nur aufs Neue. Da bietet die Papst-Messe doch den erfrischenderen Sound. Trotzdem, das Wahlkampf-Fernsehen bleibt spannend. Jetzt kommen in der ARD die „Wahlchecks“, im ZDF die „Hearings“. Und am Sonntag kommt Angela Merkel zu „Sabine Christiansen“, um 21 Uhr 45. Da ist der Papst längst wieder der Bayer in Rom.

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