Medien : TV-Rechte: Und ewig lockt "Big Brother"... (Interview)

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Gratuliere, Herr Struve, es ist noch Geld in der öffentlich-rechtlichen Kasse. Bis zu 300 Millionen Mark sollen ARD und ZDF dem Kirch-Konzern für die Rechte an der Fußball-WM 2002 zahlen ...

Die Zahl ist frei erfunden. Ein solcher Betrag stand und steht nie zur Diskussion.

Welche Prioritäten hat sich die ARD überhaupt für den Erwerb von Fernsehrechten gesetzt? Basketball und Eishockey beispielsweise scheinen ans Ende der ARD-Skala gerutscht zu sein.

Bei Eishockey und Basketball werden wir wie bisher Rechte auf Minutenbasis erwerben können. Und das reicht aus.

Gibt es Sportarten, die nur für das erste Programm taugen, und Sportarten, die nur für die Dritten Programme taugen?

Ja, diese Sportarten gibt es. Olympische Spiele, Europameisterschaften, Tour des France sehen wir vorwiegend im Ersten Programm. Die Dritten Programme haben großen Erfolg mit Reitsport, Hallenhandball und zum Teil auch Ringen - aber eben auf engere Regionen bezogen.

Der Kauf von Sportrechten scheint zunehmend ein Wechsel auf die populäre Zukunft einer Sportart zu sein. Wann hatte die ARD richtig gelegen, wann falsch, und bei welcher Sportart will sie künftig richtig liegen.

Wir haben besonders gut gelegen bei Radsport und bei Biathlon. Beim Skifliegen auch, aber dies weckte Begehrlicheiten bei der Konkurrenz. In Zukunft werden wir uns auf Fußball, Olympische Spiele und ein ganzes Bouquet von Wintersport-Ereignissen stüzten - im Sommer kommt die Tour des France als Sahnehäubchen obendrauf.

Enttäuschend in der Zuschauerakzeptanz sind manche Tennis-Ereignisse, das Sommerspringen und akuell leider auch die Spanien-Rundfahrt.

Was mir ein Rätsel ist: ARD und ZDF haben die Sportrechte- und Marketing-Agentur SportA. Warum kauft und handelt SportA nicht mit Rechten, wie es die entsprechende Kirch-Agentur durchaus tut. Da wäre doch ein doppelter Nutzen drin: Rechte selber nutzen und Rechte weiterverkaufen. Bisher sieht es doch so aus, dass Kirch Rechte erwirbt, siehe Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006, und dann an die öffentlich-rechtlichen Sender verkauft. Die Rechnung des privaten Fernsehunternehmens scheint aufzugehen.

Die Sportrechteagentur ist im wesentlichen zur Beschaffung von Rechten gegründet worden und zur optimalen Ausnutzung aller damit verbundenen Marketing-Aktivitäten. Beim Weiterverkauf von Rechten gibt es sicher noch Möglichkeiten. Vergessen Sie aber nicht, dass die SportA später als die anderen Agenturen auf den Markt gekommen ist. Ich rate zur Geduld.

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