TV-Serie : Kranke Gedanken

Hugh Laurie, der die Rolle des Dr. House spielt, steigt spätestens mit der neuen Staffel in eine andere Liga auf. Mit 400.000 Dollar pro Folge gehört der Schauspieler zu den Großverdienern unter den Seriendarstellern.

Markus Ehrenberg
Dr. House
Ausgezeichnet. Für seine Rolle als Dr. House bekam Hugh Laurie auch den Screen Actors Guild Award. -Foto: dpa

Sollte einem in England, Los Angeles oder am Flughafen Hugh Laurie über den Weg laufen, ist Vorsicht angebracht. Der als „Dr. House“ berühmt gewordene britische Schauspieler, der als drogenabhängiger Arzt mit Gehstock seine Patienten und Kollegen um den Verstand bringt und regelmäßig über fünf Millionen TV-Zuschauer in seinen Bann zieht, hat sich jüngst in einem Interview mit der Zeitschrift „InTouch“ mit dem Satz zitieren lassen: „Ich habe einen echten Schaden“. Das hat Gewicht. Laurie wägt jedes Wort, gibt Tageszeitungen so gut wie nie Interviews, die „Goldene Kamera“ von Europas großer Programmzeitschrift hat er sich vor ein paar Wochen auch nicht selber abgeholt, sondern nach L. A. bringen lassen. Persönliche Anfragen an Mr. Laurie zur fünften Staffel der RTL-Serie, die am Dienstagabend anläuft, sind so aussichtsreich wie ein Sechser im Lotto.

Mit 400.000 Dollar pro Folge hat es der Schauspieler auch nicht mehr nötig. Die mehrfach preisgekrönte, etwas andere Krankenhausserie über den Arzt Dr. Gregory House, den Spezialisten für Infektionskrankheiten, der ein besonderes Gespür für die Diagnose außergewöhnlicher Krankheitsbilder hat, ist mit 30 Prozent Marktanteilen in der RTL- Zielgruppe ein Selbstläufer, Hugh Laurie nach William Petersen („C.S.I.“) und Kiefer Sutherland („24“) zu den Großverdienen unter den Seriendarstellern aufgestiegen. Klar, dass Laurie trotz des unmöglichen Verhaltens seines Alter Ego der Rolle viel Gutes abgewinnen kann. „Viele Leute sagen zu mir: Ich wünschte, mir könnte jemand helfen und Antworten geben. Völlig egal, wie sich derjenige verhält.“ Er selbst könnte auch einen guten Arzt gebrauchen und sein Leben nicht mehr als zehn Minuten in die Zukunft planen. „Irgendwie glaube ich, dass ich einen ernsten Hirnschaden haben.“

Die neue Staffel soll laut RTL mit den schwierigsten Fällen aufwarten, die der zynische wie geniale Doktor (Motto: „Alle Patienten lügen!“) je zu lösen hatte. Gut für das Klinikum der Uni Marburg, das „House“-Folgen als Anschauungsmaterial verwendet. Schlecht für House’ besten Freund und Kollegen Wilson (Robert Sean Leonard, „Der Club der toten Dichter“, siehe Interview), der House eine Mitschuld an dem Tod seiner Freundin gibt. Ob diese Freundschaft in die Brüche geht, werden House-Fans erst im Herbst erfahren. RTL unterbricht die neue Staffel nach acht Folgen, zeigt ab Ende April Wiederholungen. Immerhin, Frauenliebling House weiß sich zu trösten. In den USA verrieten die Produzenten David Shore und Katie Jacobs, dass House und seine attraktive Vorgesetzte Cuddy noch in dieser Staffel im Bett landen werden: im „House-Style“, was immer das bedeuten mag. Cuddy-Darstellerin Lisa Edelstein soll vorher damit gerechnet haben, dass diese Sexszene in einem Desaster enden werde. Schließlich möge Produzent Shore, der laut Laurie „kranke Gedanken“ habe, keine Happy Ends.

„Dr. House“, RTL, 21 Uhr 15

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