TV-Tipp : Von wegen schwacher Bruder

Der "Terminator" wird an diesem Montag 60 Jahre alt. Die ARD zeigt "Arnold Schwarzenegger - Ein Aufstieg”.

Thilo Wydra

Er wurde mit 19 der erste Mister Universum diesen Alters, zuvor mit 15 bei Graz entdeckt, gefördert. Der in Amerika lebende Österreicher Arnold Schwarzenegger wird am Montag 60 Jahre alt. Bodybuilder, Immobilienmakler, Schauspieler, Politiker. Da ist einer, der es sich und der Welt beweisen muss. Ein Selbstdarsteller auch, gewiss. Er hat in rund 40 Filmen mitgespielt und ist in seiner zweiten Amtszeit der 38. Gouverneur von Kalifornien. Woher kommt dieser Ehrgeiz, woraus resultiert diese nach außen linear und konsequent anmutende Karriere?

Birgit Kienzle geht in ihrem Dokumentarfilm diesen Fragen nach. Es zeigt sich, dass der kleine Arnold nicht vor Selbstvertrauen strotzte, sondern als der jüngere von zwei Brüdern vom Vater als der schwächere gehalten wurde. Längst ist dieser tot, sonst hätte er sich angesichts der Karriere seines Sohnes die Augen gerieben. Es sind gerade die Niederlagen, aus denen Schwarzenegger immer wieder die Kraft für das Jetzt-erst-recht zu ziehen scheint. Das war auch 2006 so, als sein Stern als kalifornischer Gouverneur nicht sehr hoch stand, er kurzerhand den Klimaschutz zum Thema machte, sich von Präsident Bush distanzierte, und bei seiner Wiederwahl auf Krücken erschien. Zäh ist er, das sieht man, wenn die Kamera ihm mal näher kommt, was selten genug ist. Nichts überlässt Schwarzenegger dem Zufall. Seine erste Freundin in den USA, Barbara Outland, sagt, dass er immer seinen Jahresplan gemacht habe, seine fünf Punkte für das kommende Jahr. Das wolle er alles erreichen? habe sie ihn gefragt. Er hat es erreicht. Später heiratete er in den Kennedy-Clan ein, gelangte durch die Ehe mit Maria Shriver in höhere politische Sphären. Lange wurde „Arnie“ auch belächelt, ob in den Reihen der Kennedys, oder ob seiner Filme „Conan, der Barbar“, „Twins“, der „Terminator“-Reihe. Heute, mit 60, weiß Schwarzenegger: Er hat es allen gezeigt. Sich, und dem Rest der Welt.

„Arnold Schwarzenegger - Ein Aufstieg”, ARD, 21 Uhr

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