Medien : TV total

Von der Mondlandung bis zur WM: Ein Buch über 50 Jahre Fernsehen

Lothar Heinke

Etwas mehr als drei Stunden täglich guckt der deutsche Mensch in den Fernsehapparat, 98 Prozent aller Haushalte sind mit einem Gerät gesegnet: Seit fünfzig Jahren ist das Fernsehen ein faszinierendes Wunder, das unser Leben begleitet. Kurz vor der 50. Wiederkehr des Starttags am 25. Dezember 1952 – der (Ost-)Deutsche Fernsehfunk begann schon vier Tage früher, zu Stalins Geburtstag – erinnert nun auch ein dickes Buch an glorreiche Ereignisse, die uns das Medium bescherte.

„Sternstunden des Fernsehens“ nennt Reinhard Appel seinen Rückblick, bei dem Profis und Prominente das wechselvolle Leben der revolutionären Erfindung und ihre Wirkungen auf unsere Seelen beschreiben. Gestern plauderte der Autor mit ZDF-Intendant Markus Schächter in der Thüringischen Landesvertretung über das Werk (Derby Verlag & Medien Köln, 220 Seiten, 16,20 Euro, Tel. 0221-1260056), das den Betrachter nicht nur in nostalgisches Dauer-Seufzen versetzt, sondern ihm beim Blick hinter die Kulissen auch die schöne Härte der Jobs beim Fernsehen miterleben lässt. 28 Autoren von Günter Siefarth, Frank Elstner bis zum Sandmann-Erfinder Gerhard Behrendt erzählen ihre Fach- und Sachgeschichten. Sie träumen von Zeiten, in denen (1962) vierzig Prozent eine Gerhart-Hauptmann-Inszenierung sahen. Appel fragte die Prominenten auch, was im Fernsehen vermieden werden sollte. ARD-Chef Fritz Pleitgen sagte kurz und bündig: Falschmeldungen, Stimmungsmache und Langeweile.

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