TV-Unterhaltung : Die Re-Import-Show

Aus "Schlag den Raab" wird "Schlag den Star". Stefan Raabs jüngste Geschäftsidee ist so clever, dass man den Hut ziehen muss. Sie hat allerdings eine Vorgeschichte.

Tilmann P. Gangloff
Effenberg
Schlag den Effe. Ex-Fußballprofi Stefan Effenberg muss sich behaupten. -Foto: Pro7

Eigentlich sind Sendungen mit Stefan Raab langweilig. Der Dauerbrenner „TV total“ ist schon lange in Routine erstarrt. „Schlag den Raab“ ist die einzige Show im deutschen Fernsehen, bei der man der Länge wegen zwischendurch ins Kino gehen kann. Und in den diversen Wettbewerben wie Wok oder Turmspringen tummeln sich immer wieder die gleichen B- und C-Promis. Aber jedes Mal, wenn man denkt, jetzt fällt ihm nichts mehr ein, zaubert Raab einen neuen Einfall aus dem Ärmel.

Die jüngste Geschäftsidee ist so clever, dass man den Hut ziehen muss. Sie hat allerdings eine Vorgeschichte. Nach dem Erfolg von „Schlag den Raab“ wollte die Vertriebstochter der Pro-Sieben-Sat-1-Familie, SevenOne International, das Konzept ins Ausland verkaufen. Auf „Schlag den Raab“ aber blieb man zunächst sitzen. Diverse Sender, allen voran das britische ITV, hatten zwar Interesse, fanden aber keinen Moderator, der ein ähnlich polarisierendes Image hat wie Raab. Gemeinsam mit SevenOne, das sich um exportierte Formate auch nach dem Verkaufsabschluss noch liebevoll kümmert, ersann ITV eine Alternative. Jede Woche stellen sich wechselnde Prominente einem Kandidaten aus dem Publikum, um im Wettbewerb physische und intellektuelle Herausforderungen zu meistern.

Und weil SevenOne dieses Konzept in ein Dutzend weitere Länder verkaufen konnte, dachten sich die Beteiligten: Was im Ausland funktioniert, muss doch auch hier klappen. Deshalb kommt es heute zu einer Premiere im deutschen Fernsehen. Zum ersten Mal zeigt ein Sender ein reimportiertes Format. Das Grundmuster von „Schlag den Star“ hat sich gegenüber „Schlag den Raab“ nicht großartig geändert, aber nun müssen die Herausforderer beim Wettstreit um 50 000 Euro gegen Männer wie Stefan Effenberg (heute), Boris Becker, Stefan Kretzschmar oder den schmächtigen Wigald Boning in den Ring. Stefan Raab spielt nicht mit, er moderiert.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass Pro 7 und sein Unterhaltungsstar über 2009 hinaus zusammenarbeiten werden. Der Vertrag sei „auf mehrere Jahre“ verlängert worden, teilte der Sender mit. Raab wurde mit den Worten zitiert: „Pro 7 und ich, das ist eine Liebe, wie es sie kein zweites Mal im rauen Fernsehgeschäft gibt!“

„Schlag den Star“, Pro 7, um 20 Uhr 15

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