Twitter-Kritik und Fakten-Check : So war der "Tatort" aus Ludwigshafen

Allzu hoch waren die Erwartungen nicht an den "Tatort" aus Ludwigshafen. Und weil die so niedrig waren, wurden sie glatt erfüllt.

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Johanna Stern (Lisa Bitter, rechts) wurde bei den Ermittlungen die Teamleitung übertragen. Und sie ist entschlossen, diese Verantwortung auch Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) gegenüber durchzusetzen.
Johanna Stern (Lisa Bitter, rechts) wurde bei den Ermittlungen die Teamleitung übertragen. Und sie ist entschlossen, diese...Foto: ARD

Was sagen die Zuschauer?

Der "Tatort" aus Ludwigshafen hat es schwer normalerweise schwerer beim Publikum als die anderen ARD-Krimis. "Roomservice" fand da deutlich mehr Gnade. Es wurde durchaus anerkannt, dass dieser "Tatort" die Dominique-Strauss-Kahn-Story und die Diskussion um die Frauenquote zusammenbringen wollte. Nur die Art und Weise, wie das passierte, fand unüberlesbar Kritik in der Twitter-Gemeinde: zu viel Holzschnitt, zu viele Geradeaussätze, zu viel von diesem "Das Leben ist wie ein Laufen über Bodenminen" (oder so). Alles in allem ein bisschen zu hoch getuned in der Ambition, fand ein Twitterer. Die Frauenquote wird zur Zickenquote, die Frau an der Seite des dauergeilen Politikers zur Rätselfrau. Aber viele Macht- und sonstige Wettkampfsituationen werden genehmigt, da scheint Wiedererkennungspotenzial drin zu sein. Eine Frage bekommt ein Unentschieden in der Antwort: Ist "Roomservice" ein feministischer oder ein antifeministscher "Tatort"?

Was gar nicht mehr geht, sind diese schmierlappigen Boulevardjournalisten. Selbst der naivste Vorabendfernsehgucker glaubt nicht mehr, dass diese versifften Typen irgendetwas mit der aktuellen Knallpresse zu tun haben könnten. Journalist Schüttler scheint der Klischee-Hölle entkommen zu sein - und dafür mitten im "Tatort" gelandet.

Wie steht es um die Frauenquote in Deutschland und in Europa?

 

Die Koalition aus SPD und Union hatte 2014 in den Koalitionsverhandlungen die Einführung einer Frauenquote für Aufsichtsräte vereinbart. Mit Bundestagsbeschluss vom 6. März 2015 wurden dann große Unternehmen in Deutschland verpflichtet, Aufsichtsräte mindestens mit 30 Prozent Frauen zu besetzen. In  Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen beträgt die Frauenquote aktuell 21 Prozent. Nach Angaben der EU-Kommission liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft bei 21,7 Prozent. In der gesamten EU kommt Deutschland damit auf Rang neun, Finnland führt.

Beim Verdienst liegen Männer und Frauen in Deutschland unverändert weit auseinander. Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamt 2014 verdienten Männer 20,20 Euro brutto in der Stunde, Frauen dagegen 15,83 Euro. Da ist noch mächtig viel Luft nach oben.

Was verrät der Griff in die eigenen Haare?

  

Treffen sich Mann und Frau zum Date, und er fährt sich dabei durch die Haare oder durch den Bart, darf angenommen werden, er wolle sich für sein Gegenüber hübsch machen. Wahrscheinlich ist er auch nervös, was sich in diesen unkontrollierten Handbewegungen widerspiegelt. In anderen Zusammenhängen kann diese Geste Unsicherheit, Anspannung, Unentschlossenheit verraten.

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