"Two and a Half Men" : Ist Ashton Kutcher der Richtige?

Bei der US-Sitcom "Two an a Half Men" ist der Nachfolger für Stinkstiefel Charlie Sheen gefunden. Sonnyboy Kutcher kommt. Eine Erfolgsgarantie ist das nicht.

Elisabeth Gründer
Foto: Reuters

Etwas mulmig dürfte Ashton Kutcher seit der Bekanntgabe seiner neuen Rolle in der Sitcom „Two and a Half Men“ zumute sein. Die Erwartungen der amerikanischen Zuschauer an den Nachfolger von Charlie Sheen sind extrem hoch. Der 33-jährige Schauspieler und Mann von Demi Moore beerbt nicht nur einen zwölf Jahre älteren Comedyprofi und TV-Superstar, der auf den Flop der neuen Staffel nur so wartet. Kutcher wird auch das Zugpferd einer Sendung sein, die mit 15 Millionen Zuschauern als die erfolgreichste Sitcom im US-Fernsehen gilt und eine der lukrativsten Werbeeinnahmequellen für den Sender CBS darstellt. In Deutschland läuft die Sitcom mit respektablen Quoten bei ProSieben.

Kutcher gibt sich euphorisch und fast kämpferisch. „Ich kann es kaum erwarten, mit diesem verdammt talentierten 2,5-Team zusammenzuarbeiten und ich glaube, dass wir die Bühne mit Gelächter füllen können, das bei den Zuschauern widerhallen wird“. Ob sich Kutcher als „Glücksfall“ erweist – die Produzenten nennen ihn so – wird sich ab Herbst zeigen, wenn die neue Staffel läuft.

Charakterlich könnten Kutcher und Sheen nicht unterschiedlicher sein. Partys, Drogen- und Alkoholprobleme, regelmäßige Treffen mit Prostituierten, Gewalttätigkeit gegen seine Ex-Frauen – all das zählte in den vergangenen Jahren zu Charlie Sheens Alltag und brachte den Rüpel ständig in die Schlagzeilen. Kutcher dagegen ist zwar ein leicht durchgeknallter Sunnyboy, aber gilt auch als einfühlsamer Ehemann, fürsorglicher Stiefvater, cleverer Produzent und Philanthrop. Im Herbst 2010 eröffnete er in New York zusammen mit seiner Frau Demi und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine UN-Stiftung zum Kampf gegen Menschenhandel.

Der frühere Biochemiestudent ist unter jungen Zuschauern sehr beliebt und kann Erfahrungen im Sitcom-Geschäft nachweisen. Mit „That ’70s Show“ feierte er seine ersten Fernseherfolge. Vor allen anderen Promis entdeckte er die Vorteile von Twitter. Inzwischen hat er 6,7 Millionen Fans. Im technologiefreundlichen Amerika ist das ein wichtiger Pluspunkt für die Vermarktung der Show. Dennoch: Der Erfolg von Kutcher in „Two and a Half Men“ ist alles andere als gesichert. Die Vergangenheit zeigt, dass Zuschauer von Sitcoms Auswechselungen der Hauptdarsteller nur ungern hinnehmen. In der Sitcom „Chaos City“ hatte nach vier Staffeln der an Parkinson erkrankte Michael J. Fox das Handtuch werfen müssen und wurde von keinem geringeren als Charlie Sheen ersetzt. Zwei Staffeln später musste die Sendung ganz eingestellt werden. Kutcher hat Kredit beim Publikum, zu sehr sind die Zuschauer Charlie Sheen und seine Eskapaden leid. Elisabeth Gründer (dpa)

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