Medien : U-Bahn überrollt Frau

Der ZDF-Film „Am Ende des Tunnels“ schildert die Folgen

Thilo Wydra

Dunkel ist es. Nur die Notbeleuchtung am linken Tunnelrand lässt durch die Frontscheibe des U-Bahn-Führerhauses überhaupt vage etwas erkennen. Aber daran gewöhnt man sich wohl als U-Bahn-Führerin, so wie Silke Frank (Ulrike Kriener) eine ist. Seit zehn Jahren macht sie diesen Job bei den Hamburger Stadtwerken. Als Silke Frank mit ihrer Linie in eine U-Bahn-Station einfährt, da sieht sie urplötzlich eine Frau auf den Schienen knien. Eine Notbremsung, und wohl nur eine Zehntel-Sekunde später ist ein fast sanfter Schlag zu hören. Die Frau war jung, schön, und mit dem Universitätsprofessor Auffermann (Günther Maria Halmer) verheiratet. Sie haben einen Sohn, den zehnjährigen Tobias. Niemand weiß, warum sie sich das Leben nahm, doch aller Beteiligter Leben wird sich radikal verändern. „Am Ende des Tunnels" (20 Uhr 15, ZDF) ist ein Film über den Tod und die Trauer. Ein Film über den so unterschiedlichen Umgang der Menschen mit dem unwiederbringlichen Verlust eines Anderen. Drehbuchautor Georg Weber hat die Rolle der U-Bahn-Führerin Silke für seine Frau, die Schauspielerin Ulrike Kriener, angelegt. Es ist ein Buch mit glaubwürdigen Szenen und Dialogen, nichts ist überhöht, alles wirkt authentisch. Am Ende eines Tunnels, da scheine irgendwann ein Licht, heißt es einmal in Dror Zahavis einfühlsam-unprätentiösem Drama.

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