Medien : Udo Reiter: Porentief rein

Ralf Hübner

MDR-Intendant Udo Reiter ist zufrieden. Seine Abwahl habe nie zur Diskussion gestanden. Im Gegenteil. Der 43-köpfige Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks hat ihm und dem Verwaltungsrat am Montag das Vertrauen ausgesprochen, bei zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen. In einer Erklärung wird dem Verwaltungsrat für "seine intensive und sorgsame Befassung mit der Anlagepolitik des MDR" gedankt. In der vergangenen Woche hatte dieses Gremium zwei Tage über einem Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young sowie einem Kurzgutachten über der Frage der "rechtlichen Zulässigkeit von Finanzanlagen des MDR" zugebracht.

Das Ergebnis fällt für den MDR seinen Intendanten überraschend positiv aus. Von 1992 bis 2000 habe der MDR Gesamterträge von 503,3 Millionen Mark aus der Anlage seiner Mittel erwirtschaftet, heißt es in einer Erklärung des Verwaltungsrates, das sich auf den Bericht von Ernst & Young beruft. Dabei seien auch Verluste von 2,8 Millionen Mark vornehmlich aus dem Ecuador-Geschäft berücksichtigt, das mit einem Verlust von 2,6 Millionen Mark zu Buche schlägt. Jenes Ecuador-Geschäft war es, das die Anstalt und seinen Intendanten ins Gerede gebracht hat. Nun stellt der Verwaltungsrat fest, und der Rundfunkrat folgt dem, dass die Dresdner Bank den MDR beim Erwerb der Anleihen nicht ausreichend informiert habe. Überhaupt sei weder er, der Verwaltungsrat, noch der Intendant über diese Anleihe und die mit der Dresdner Bank geführten Verhandlungen sowie die zur Anlagepolitik erstellten Prüfvermerke der Jahresschlussprüfer PwC ausreichend informiert gewesen.

Das soll nun weiter aufgeklärt werden. Verwaltungsdirektor Rolf Markner bleibt suspendiert. Die offenen Fragen zwischen dem MDR und Markner, ob Suspendierung oder Aufhebung, würden unter Beiziehung jurisischem Beistands geklärt, sagt Reiter. Markner habe die Verantworung für das Ecuador-Geschäft übernommen, daran habe sich nichts geändert.

In Zukunft will sich der Sender bei seinen Finanzanlagen nur noch an Wertpapier-Spezialfonds halten, die mit erster Bonität bewertet werden. Die Chancen für eine Ratifizierung des Rundfunkstaatsvertrages in Sachsen, die sich an der umstrittenen Gebührenerhöhung von 3,33 Mark entzündet, sieht Reiter nun wachsen.

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