Medien : Überlässt Arena Premiere die Bundesliga?

Das Kapitel „Bundesliga-Fußball bei Arena“ könnte bald geschlossen sein. Nach heftigen Branchenspekulationen soll der Pay-TV-Sender Arena seinem Konkurrenten und Kooperationspartner Premiere die Live-Rechte an den beiden Fußball-Bundesligen übertragen wollen – in Form einer Sublizenz. Premiere würde dann an Arena mindestens die 240 Millionen Euro bezahlen, die Arena pro Saison an die Deutsche Fußball Liga (DFL) überweist. Dafür würde Premiere allein das Bundesliga-TV produzieren und als Pay-TV ausstrahlen. Das wäre gleichbedeutend mit der Auflösung der Arena-Bundesligaredaktion um Moderator Oliver Welke herum, rund hundert Mitarbeiter könnten betroffen sein. Am Ende der prognostizierten Entwicklung wäre Premiere wieder der einzige Anbieter von Pay-TV in Deutschland. Für die ArenaKunden würde sich nichts ändern, sie könnten auf Premiere BundesligaFußball schauen. Für Premiere wäre die Rolle des Produzenten kein größeres Problem, da Premiere bereits jetzt für T-Home den kompletten Spieltag von erster und zweiter Liga ins VDSL-Netz bringt. Die Aktie von Premiere ging gestern zunächst um fünf Prozent in die Höhe.

Ob dies alles so kommen wird, ist nicht gewiss. Premiere, Arena, DFL, Welke – alle schweigen. Arena hatte Premiere Ende 2005 die Live-Übertragungsrechte für die Bundesliga weggeschnappt. Da Arena zwar über die Lizenz verfügt, Premiere aber mit insgesamt über 3,4 Millionen Abonnenten einen deutlich größeren Kundenstamm als Arena mit angeblich 1,1 Millionen hat, beschlossen beide Unternehmen eine enge Kooperation. Arena, Tochter des Kabelkonzerns Unity Media, behauptet unverdrossen, das Bundesliga-TV würde sich rechnen.

Als das Bundeskartellamt Bedenken gegen die Vermarktung des Arena-Bundesligaangebotes über Satellit durch Premiere anmeldete, musste diese allerdings auf Eis gelegt werden. Beide Sender hatten daraufhin einen Kompromissvorschlag offenbar mit dem Lizenz-Deal vorgelegt. Mitte Juli will das Bundeskartellamt entscheiden. jbh

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