Übernahmeangebot : Burda baut Digitalgeschäft mit Xing aus

Hubert Burda Media hat seine Anteil am börsennotierten Business-Netzwerk Xing auf 38,9 Prozent aufgestockt. Nun hat das Medienunternehmen den restlichen Aktionären ein lukratives Übernahmeangebot gemacht.

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Hubert Burda Media möchte beim Business-Netzwerk Xing einsteigen.
Hubert Burda Media möchte beim Business-Netzwerk Xing einsteigen.Foto: dpa

Thomas Vollmoeller hat gerade erst vor zehn Tagen das Amt als Vorstandschef des börsenotierten Business-Netzwerks Xing angetreten, und nun steht bereits eine radikale Änderung im Gesellschafterkreis des deutschen Internetunternehmens an. Am Donnerstag hat Hubert Burda Media den Anteil an Xing, der zuvor bereits bei fast 30 Prozent gelegen hat, außerbörslich kräftig auf 38,9 Prozent aufgestockt. Entsprechend dem Aktiengesetz hat Burda nun den restlichen Aktionären ein lukratives Übernahmeangebot gemacht. Die Offerte von 44 Euro je Aktie liegt um fast 18 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs.

Xing bietet seinen Mitgliedern die berufliche und geschäftliche Vernetzung an und hilft auch bei der Personalsuche und Stellenvermittlung. Mit der Übernahme von Xing mit seinen weltweit 12 Millionen Mitgliedern – davon rund die Hälfte in Deutschland – will Burda den Ausbau seines Digitalgeschäfts vorantreiben. Während das Verlagsgeschäft in Deutschland („Bunte“, „Focus“) seit 2007 um über 125 Millionen Euro auf 658 Millionen Euro gesunken ist, legt Burda im Digitalgeschäft (Tomorrow Focus, Zooplus) stetig zu. Mit 937 Millionen Euro ist es die größte Säule im Imperium von Hubert Burda, der mit seinen DLD-Konferenzen jährlich die wichtigsten Größen der digitalen Wirtschaft nach München einlädt.

Xing weist einen entscheidenden Unterschied zu anderen sozialen Netzwerken auf. Jeder siebte Nutzer zahlt eine monatliche Abogebühr, um sämtliche Angebote zu verwenden. „Xing ist eines der wenigen verbliebenen deutschen Netzwerke mit signifikanter Nutzerzahl und positivem Cashflow“, sagt Medienexperte Klaus Goldhammer. „Die Frage ist nur, ob der Preis angemessen ist, zumal US-Konkurrent LinkedIn erst begonnen hat, den deutschen Markt zu erschließen.“

Für Vorstandschef Vollmoeller muss sich durch den größeren Burda-Anteil indes nichts ändern: Xing soll seinen erfolgreichen unternehmerischen Kurs fortsetzen, so Burda Media. Grundsätzliche Veränderungen des Geschäfts oder der Gremien seien nicht geplant.

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