Übertragungsrechte : Bundesliga: ARD kritisiert Kartellamt

Das Erste sieht viele Fans im Nachteil, wenn die erste Zusammenfassung eines Spieltages nur im Internet läuft. Die ARD weiß aber, wie das beim Poker um die Medienrechte zu verhindern ist - mit einer "Sportschau" um 18 Uhr 30.

Das Bundeskartellamt kann sich die erste Zusammenfasssung des Bundesliga-Spieltages im Internet vorstellen, nicht aber die ARD. Der Senderverbund hat am Samstag „mit Bedauern“ eine entsprechende Entscheidung der Behörde kommentiert. Demnach kann die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Medienrechte von der Saison 2013/14 nach zwei Modellen vergeben. Einmal nach dem Verfahren, das die ARD für das beste hält: Die „Sportschau“ ist und bleibt der erste Free-TV-Verwerter um 18 Uhr 30. Das andere Modell sieht vor, dass die erste Zusammenfassung der Spiele über Web-TV im Internet und über mobile Endgeräte ab 19 Uhr verbreitet wird. Laut ARD-Mitteilung wären dann „im frei empfangbaren Fernsehen die Bundesliga-Bilder erst ab 21 Uhr 45 zu sehen, die wichtigsten Spiele sogar viel später“.

Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel bedauerte, dass sich die ARD ohne Erfolg für die Interessen der Zuschauer im Kartellverfahren eingesetzt habe. „Diese Entscheidung ist nicht im Sinne der Zuschauerinnen und Zuschauer. Denn sie birgt die Gefahr, dass die DFL mit einer Erstausstrahlung von Bildern des Bundesliga-Spieltages im Netz einen großen Teil des Publikums ausschließt.“ Besonders in ländlichen Gebieten sei für viele das Internet kein Ersatz für das Fernsehen, weil dort dem Web-TV häufig die notwendigen Empfangsmöglichkeiten fehlten.

Noch bei der zurückliegende Rechtevergabe 2008 hatte das Kartellamt ausdrücklich auf eine Zusammenfassung vor 20 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen bestanden. Die DFL will bereits in der nächsten Woche mit der Ausschreibung beginnen. Insgesamt sollen mehr als 20 Pakete für Free TV, Pay TV, Web-TV und Mobilfunk geschnürt werden. jbh

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