Uli Hoeneß : Höhere Rundfunkgebühren – Bundesliga für alle?

Wunderliche Rechnung: Bayern-Manager Uli Hoeneß will die GEZ-Gebühren um zwei Euro erhöhen, damit die Fußball-Bundesliga in jedem Haushalt frei empfangbar ist. Was halten Sie davon?

Joachim Huber
uli hoeness Bild: Julian Mieth
Ein Mann mit Visionen? Uli Hoeneß' Rechung ist einfach: Höhere Rundfunkgebühren, mehr Zuschauer. -Bild: Julian Mieth

Aktuell beträgt die monatliche Rundfunkgebühr 17,98 Euro. Würde der Traum von Uli Hoeneß, Manager des Bundesligisten FC Bayern München, wahr, dann würde sie auf um zwei Euro auf knapp 20 Euro steigen. Diese Art GEZ-Gebühr für den Profifußball im frei empfangbaren Fernsehen würde bei 37 Millionen TV-Haushalten dann "im Monat rund 75 Millionen Euro, im Jahr gut 900 Millionen" ausmachen. "Damit kämen wir den 1,2 Milliarden Euro in England und den 1,1 Milliarden in Italien sehr nahe. Das wäre mal was, das wäre dreimal so viel wie die erste und die zweite Liga derzeit pro Saison bekommen. Dann könnte jeder praktisch kostenlos Fußball gucken", sagte Hoeneß im Interview mit der "Wirtschaftswoche". Das Plus von 900 Millionen Euro hat sich Hoeneß vielleicht etwas schöngerechnet. Derzeit zahlen alle Fernsehsender rund 450 Millionen Euro pro Saison an die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Diese Summe würde beim "TV-Soli" von zwei Euro wohl wegfallen, bliebe noch ein Plus von 450 Millionen Euro – auch nicht schlecht.
 
Die Reaktionen in der Branche sind verhalten. DFL-Chef Christian Seifert sagte der "Bild“-Zeitung: "Fakt ist: Andere Ligen erhalten mehr Geld von ihren nationalen Medien, liefern aber kein besseres Produkt ab. Das ist die Konsequenz aus dem speziellen deutschen TV-Markt mit einem starken öffentlich-rechtlichen System, vergleichsweise geringer Pay-TV-Verbreitung und Internet-TV in den Anfängen." Eine direkte Unterstützung der Hoeneß-Idee lässt sich daraus nicht ablesen, mehr eine Kritik an den Verhältnissen im Fernsehmarkt.

Beim Pay-TV-Sender Premiere will sich niemand äußern, erkennbar soll der Traum des Uli Hoeneß nicht zum ernsthaften Thema hochgeredet werden. ARD-Sprecher Harald Dietz sagte dem Tagesspiegel: "Dies ist für die ARD kein Thema. Die Rundfunkgebühr ist für die nächsten vier Jahre festgelegt, und außerdem haben wir auf die Höhe keinen Einfluss. Grundsätzlich ist die Rundfunkgebühr auch nicht zweckgebunden, sondern allgemein für unseren Auftrag zu verwenden." Was vom Hoeneß-Plan bleibt? Eine kleine, vorweggenommene Diskussion für den Tag, an dem Premiere Pleite geht und der Profifußball nach den TV-Millionen sucht.

Uli Hoeneß, Manager des Erstligisten FC Bayern München, schlägt vor, die Rundfunkgebühr um zwei Euro erhöhen. Dadurch sollen sämtliche Spiele der ersten Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein. Was halten Sie von dieser Idee?

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben