Ultimatum : Digital-Radio: Entscheidung erneut vertagt

Bevor weitere Gebührenmillionen in die neue Radiotechnik fließen, will die zuständige Kontrollkommission Fakten sehen. Doch die lassen auf sich warten.

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Die Entscheidung über die Zukunft des Digital-Radios wurde vertagt, wieder einmal. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte im Juni beschlossen, 42 Millionen Euro Gebührengelder für die digitale Radiotechnik DABplus freizugeben, wenn bis Dienstag ein Vertrag zwischen dem Systembetreiber Media Broadcast, dem Deutschlandradio und den privaten Interessenten zustande kommt. Bei einer Sitzung der KEF am Dienstag in Erfurt hat sich die zuständige Arbeitsgruppe die Vorstellungen von Deutschlandradio und den Privatsendern angehört, in einer Woche soll sich nun die Plenarsitzung der KEF mit dem Thema beschäftigen, wie KEF-Mitglied Ulrich Reimers dem Tagesspiegel sagte. Es wird erwartet, dass das Deutschlandradio dann eine Fristverlängerung für den Vertragsabschluss beantragt, wohl wissend, dass dies die letzte Chance für DABplus ist.

Aber nicht nur beim Deutschlandradio mit seinen drei Wellen setzt man auf die digitale Zukunft, auch unter den privaten Radiobetreibern gibt es Sender, für die das Digital Radio wie geschaffen ist. „Fußball ist ein nationales Thema“, sagt der Sprecher des Senders 90elf, das derzeit nur mittels Internettechnik verbreitet wird und ebenfalls auf eine bundesweite Digitalfrequenz hofft. Die hinter 90elf stehende Radioholding Regiocast (unter anderem 94,3 rs2, Berliner Rundfunk, Radio Schleswig-Holstein) gehört zu den Bewerbern für das Digital Radio. Neben 90elf will Regiocast via DABplus den Literatursender Litera und den Musiksender Remix verbreiten.

Auch wenn das Digital Radio für Sender wie 90elf eine Chance darstellt, die Zukunft hängt nicht daran: „Inzwischen verfolgen über eine Million Hörer am Wochenende unsere Konferenzschaltung und die Übertragung der Bundesliga-Einzelspiele“, sagte Hülsmann dem Tagesspiegel. Doch viele Fußball-Fans hätten sicherlich nichts dagegen, wenn Fußball-Radiolegende Günther Koch oder Hertha-Stadionsprecher Fabian von Wachsmann von 2011 an digital übers Antennenradio zu hören wären. Kurt Sagatz

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