Medien : Umbruch und Unruhe bei Spiegel TV

Joachim Huber

Der Plan ist da, die Unruhe auch. Mario Frank, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags, hat den Mitarbeitern von Spiegel TV deren Zukunft umrissen. Unter dem Label „Spiegel TV“ werden Magazine für die Privatsender RTL, Sat 1 und Vox produziert, die a + i GmbH als eine der Spiegel-TV-Töchter kümmert sich um Auftragsproduktionen wie die „Johannes B. Kerner“-Show des ZDF. Für das Jahr 2007 rechnet Fried von Bismarck mit einem Umsatz von „rund 50 Millionen Euro“. 250 feste Mitarbeiter, zur Hälfte Redaktion, zur HälfteTechnik, werden beschäftigt. Fried von Bismarck ist seit März dieses Jahres einer der vier Geschäftsführer von Spiegel TV, in Personalunion Geschäftsführer der Spiegelnet GmbH. Sie vereinigt unter dem Dach der Holding die Internet-Aktivitäten des Verlages. Diese Holding-Konstruktion soll Modell stehen für Spiegel TV neu – unter einem Dach versammeln sich vier, fünf gleichberechtigte GmbHs. „Nach 20 Jahren Wachstum müssen wir uns eine neue, eine schlagkräftige Struktur geben“, sagte der Geschäftsführer. Heute hätten die Mitarbeiter von Spiegel TV teilweise sehr unterschiedliche Verträge, nicht überall gebe es ein vernünftiges Zusammenspiel, außerdem seien mit dem Wegfall der Nachrichtenproduktion für Vox und XXP (heute DMAX) Arbeitsfelder schlichtweg weggefallen. Befürchtungen von Spiegel-TVMitarbeitern, die neue Holding-GmbHStruktur könne zur „Telekomisierung“ des jetzigen Unternehmens führen, sprich weniger Gehalt für mehr Arbeit, teilt von Bismarck nicht: „Es geht nicht um den Abbau von Arbeitsplätzen, es geht um eine effiziente Verteilung von Arbeit.“ Zudem soll das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt werden: „Es gibt noch kein ausgeprägtes Wir-Gefühl bei allen Mitarbeitern von Spiegel-TV.“ Er betonte, dass es über ein forciertes GmbH-Portfolio auch einfacher würde, Dritte an einer der neuen Gesellschaften zu beteiligen, sofern das einmal strategisch sinnvoll sei.

Für Fried von Bismarck soll die Umsetzung zügig angegangen werden. Mit Unterstützung von Stefan Aust, Chefredakteur des „Spiegel“ und „Gründervater“ von Spiegel TV? „Die Neustrukturierung wird vielleicht nicht ohne einen Konflikt mit Stefan Aust vonstatten gehen. Es ist aber nicht so, dass wir mit der Umsetzung bis Austs Abschied vom Spiegel Ende 2008 warten.“

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