Medien : Umfassend „Stalingrad“: Knopp dokumentiert die Schlacht an der Wolga

Thomas Gehringer

Guido Knopp, so scheint es, ist ein bisschen spät dran. Die ARD hat ihre Dokumentation zum 60. Jahrestag der Schlacht um Stalingrad bereits im Dezember gesendet, der „Spiegel“ hat seine Titelgeschichte über den „Anfang vom Ende des Dritten Reichs“ längst abgesetzt. Doch Knopps emsiges Zeitgeschichte- Team, das muss man ihm trotz der wie am Fließband vorgelegten und immer nach dem gleichen ästhetischen Muster gestrickten Filme lassen, behandelt das Thema umfassender als der Zweiteiler des Ersten. So werden zum Beispiel auch die Gründe für die immens hohe Sterblichkeitsrate unter den rund 100 000 deutschen Kriegsgefangenen im dritten Teil („Der Untergang“, 28. Januar) beleuchtet.

Dass nach dem Ende des Kalten Kriegs viele russische Quellen erstmals zugänglich wurden, dass grundsätzlich eine größere Offenheit gegenüber der Perspektive der einstigen Feinde herrscht, hat sich die Mainzer Zeitgeschichte-Redaktion ausgiebig zunutze gemacht. So geht aus sowjetischen Geheimdienstberichten hervor, dass rund 10 000 deutsche Soldaten in den Ruinen der Stadt noch Wochen nach der Kapitulation am 31. Januar 1943 weiterkämpften. Aber erst die Berichte der Augenzeugen können die Dimension des Schreckens beim Häuserkampf („Der Angriff“, 14. Januar) und bei der Belagerung („Der Kessel“, 21. Januar) annähernd vermitteln.

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