Under the Dome : ProSieben bittet ins Kuppelnest

„Under the Dome“ geht in die zweite Staffel. Die Bewohner von Chester's Mill bekommen es mit besonderen Kräften zu tun.

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Rettung droht. Barbie (Mike Vogel) soll hängen. Die Kuppel hat was dagegen. Foto: Pro 7
Rettung droht. Barbie (Mike Vogel) soll hängen. Die Kuppel hat was dagegen. Foto: Pro 7

Not macht erfinderisch? Nicht nur, auch der Erfolg. Die Produzenten der US-Mysteryserie „Under the Dome“ mussten zu ihrem Entsetzen/Entzücken feststellen, dass die Zuschauer sehen wollten, wie das Leben in der Kleinstadt Chester’s Mill funktioniert, nachdem der Ort durch eine riesige Kuppel von der Außenwelt abgeschlossen wurde. Also Staffel zwei, 13 Episoden von Pro 7 in Dreierpaketen jeweils am Mittwoch serviert.

Die Auftaktfolge stammte von Bestseller-Autor Stephen King

Die Auftaktfolge schrieb Vorlagenlieferant Stephen King („Die Arena“ ) persönlich. Dale „Barbie“ Barbara (Mike Vogel) steht immer noch unterm Galgen, die Schlinge um den Hals, „Big Jim“ Rennie (Dean Norris) feuert seinen Polizistensohn Junior Rennie (Alexander Koch) an, endlich die Klappe zu öffnen, auf dass der vermeintliche Mörder seine Todesstrafe bekommt. Aber in dem Moment spricht die Kuppel. Ein magnetischer Impuls lässt die Einwohner von Chester’s Mill reihenweise zu Boden sinken. Die Hinrichtung fällt aus, Barbie, Big Jim und die anderen werden von einer neuen Herausforderung überwältigt. Denn der Magnetismus zieht alle Metallteile unaufhaltsam an. Das ist dann schon gewaltiges Spektakel, wie ein ganzes Haus in sich zusammenkracht, weil alle Nägel, alle Verstrebungen, alle Halterungen herausfliegen.

Überhaupt setzt der Staffelauftakt die Verlust- und Gewinnrechnung fort: Polizistin Linda (Natalie Martinez) versucht Barbie zu retten – und kommt dabei um. Dafür steigt ein mysteriöses Mädchen (Grace Victoria Coxaus) aus dem See, wird von Julia (Rachelle LeFevre) gerettet, darin unterstützt von Sam (Eddie Cahil), der alleine in einer Waldhütte lebt. Dann hat die Physiklehrerin Rebecca (Karla Crome) die glänzende Idee, einen Gegenmagnetismus aufzubauen.

Also: Bekannte Protagonisten sterben in Staffel zwei, neue kommen hinzu, Big Jim ist unverändert der Oberfiesling, aber die Zahl seiner Gegenspieler wächst. Alles allzu menschlich, weitergestrickt im Grundmuster der ersten 13 Folgen: Die Kuppel bringt die Charakterstärken und -schwächen der Einwohner von Chester’s Mill nicht nur an den Tag, sie verstärkt sie. Das Spiel von Sein und Nichtsein geht weiter, der Zuschauer wird vor die Frage gebracht: Wie würdest du dich verhalten, wenn dein Leben plötzlich unter einer Käseglocke stattfindet und das Überleben schwieriger und schwieriger wird? Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.

„Under the Dome“ II ist von den verschiedenen Autoren konsequent geschrieben und von den wechselnden Regisseuren strikt inszeniert worden. Eine brutal verengte, durch und durch hysterische Erzählperspektive, ein Strich, ein Erzählstrahl, kein Entkommen, für niemanden. Wer sich davon gefangen nehmen lassen will, der wird gefangen genommen. Wer nur den Kopf schüttelt, der bekommt heftigste Kopfschmerzen. Die Kuppel hat die Macht. Joachim Huber

„Under the Dome“, Pro 7, Mittwoch, um 20 Uhr 15

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