Medien : Unerwartete Konkurrenz für Rolf Lassgård

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Welches Motiv konnte der Täter haben? Warum bringt jemand drei junge Menschen um, die sich in Kostümen des 18. Jahrhunderts verkleiden, um das Mittsommerfest zu feiern? Warum verscharrt der Mörder sie zuerst in der Erde, um die entstellten Leichen später öffentlich zur Schau zu stellen?

In seinem jüngsten ZDF-Fall „Mittsommermord“sieht sich der schwedische Kommissar Kurt Wallander (Rolf Lassgård) nicht nur mit einem erschreckenden Verbrechen konfrontiert, sondern vor allem mit sehr persönlichen Fragen: Denn auch sein langjähriger Kollege Kalle Svedberg (Christer Fant) stirbt, zuerst wird Selbstmord angenommen, später wird klar, es war Mord. Die Kugel stammte aus der Waffe, mit der auch die drei jungen Verkleideten getötet wurden. Doch was an Wallander nagt: Wie viel wusste er von Svedberg, seinem Kollegen, seinem Freund? Sehr wenig, wie sich zeigt, ebenso wie von seiner Kollegin Maja (Marie Richardson), zu der die Beziehung zwar gescheitert ist, die Gefühle aber offensichtlich blieben.

„Mittsommermord“, der vom ZDF wie bereits die fünf ersten Henning-Mankell-Verfilmungen am Sonntagabend-Krimiplatz gezeigt wird, ist einer der verstörendsten Filme mit dem auch sonst menschlich oftmals verstörten Wallander. Aber auch einer der sehenswertesten, trotz hektischer, zusätzlich irritierender Kameraführung von Eric Kress unter der Regie von Birger Larsen.

Rolf Lassgård, von Mankell einst selbst für die Wallander-Rolle ausgesucht, bekommt übrigens nach elf Jahren Konkurrenz. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2006 starten in der ARD drei von ingesamt 13 neuen Wallander-Filmen, in deutsch-dänisch-schwedischer Koproduktion, besetzt mit dem älteren und hageren Krister Henriksson. Nur bei dem Krimi „Vor dem Frost“ basiert der Film auf einem Mankell-Buch, bei den anderen wurde der Erfolgsschriftsteller als Drehbuchautor tätig. sag

„Mittsommermord“; ZDF, Sonntag, 22 Uhr

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