Medien : Unter Brandstiftern

Noch ein Dritte-Reich-Film: „Annas Heimkehr“ in der ARD

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Das Thema Nationalsozialismus hat derzeit wieder Konjunktur: Oliver Hirschbiegel dreht in München und St. Petersburg „Der Untergang", Dennis Gansel inszeniert „Napola" in Prag, Heinrich Breloer sitzt derzeit an einem Stoff über Hitler und seinen Architekten Albert Speer. Und heute zeigt die ARD „Annas Heimkehr“, einen Fernsehfilm, den Xaver Schwarzenberger inszeniert und auch fotografiert hat, mit einer für sich einnehmenden, überzeugenden Veronica Ferres in der sehr ernsten Hauptrolle.

Erzählt wird die Geschichte von Anna Schweighofer (Veronica Ferres), die sich der zehnjährigen Franziska Goldberg (Julia Krombach) annimmt, als deren jüdische Eltern, bei denen Anna einstmals gearbeitet hat, nach London flüchten wollen. Just in dieser Nacht des Jahrs 1942 holt die Gestapo die Goldbergs in der Münchner Wohnung oberhalb ihres Buchladens ab. Anna gelingt es gerade noch, sich und Franziska zu verstecken. Und Anna beschließt, mit Franziska dorthin zu fahren, wo sie, Anna, schon viele, viele Jahre nicht mehr war: in ihre Heimat, in das bayerische Dorf Drachselreuth. Dorthin, wo die Menschen mit der braunen Zeit gehen. Hier begegnet Anna und Franziska – die Anna als ihre uneheliche Tochter ausgibt – tiefes Misstrauen. Sogar bei der eigenen Familie, dem regimehörigen Bruder Toni (Herbert Knaup), der es bereits zum NSDAPOrtsgruppenleiter gebracht hat.

Das Dorf ist voll von Biedermännern und geistigen Brandstiftern. Und über kurz oder lang muss da rauskommen, dass die kleine Franziska eigentlich Goldberg heißt. wyd

„Annas Heimkehr“: ARD, 20 Uhr 15

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