Medien : Unter falschen Namen

Prozess gegen ehemalige NDR-Fernsehspielchefin.

Knapp drei Jahre nach Bekanntwerden der Drehbuch-Affäre beim NDR soll Anfang Juli der Prozess gegen die frühere Fernsehspielchefin Doris J. Heinze beginnen. Nach dem Auftakt am 5. Juli hat das Hamburger Landgericht vier weitere Termine bis zum 10. August angesetzt, wie Gerichtssprecher Conrad Müller-Horn am Mittwoch erklärte. Die Beschuldigten – außer Heinze sind auch ihr Mann Claus Strobel und eine Filmproduzentin angeklagt – sollen sich vor der Wirtschaftsstrafkammer verantworten. Heinze hatte in mehreren Fällen unter falschen Namen Drehbücher abgeliefert und dafür Honorare kassiert. Die Staatsanwaltschaft hat sie wegen Bestechlichkeit in vier Fällen, Untreue in drei Fällen und Betrug angeklagt. Ihrem Mann wirft die Behörde Beihilfe zur Bestechlichkeit und Beihilfe zur Untreue vor. Sowohl Heinze als auch ihr Mann hatten unter Pseudonymen Drehbücher geschrieben und dafür Geld bekommen. Im Gegenzug soll die ehemalige Fernsehspielchefin dafür gesorgt haben, dass ebendiese Produktionsfirma die Aufträge erhielt. Als NDR-Mitarbeiterin war es Heinze erlaubt, pro Jahr einen Stoff aus eigener Feder beizusteuern. Dafür stand ihr das halbe Honorar zu. Tatsächlich hatte Heinze aber bei den Drehbüchern unter falschen Namen die volle Gage kassiert. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der NDR ihr im September 2009 fristlos gekündigt.dpa

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