Medien : Untreue: WDR zeigt Mitarbeiter an

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Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) geht wegen des Verdachts der Untreue gegen seinen ehemaligen Pressesprecher Stephan Piltz vor. Er soll als Geschäftsführer der WDRTochter Westdeutsche Programmentwicklungsgesellschaft (WPEG) rund 700 000 Euro unterschlagen haben. „Er hat dies eingeräumt“, sagte WDR-Sprecherin Gudrun Hindersin am Montag. Die Anzeige wegen Untreue werde gerade vorbereitet. Piltz (59) wurde bereits am Freitag vom Sender abberufen.

Auch die Kölner Staatsanwaltschaft wird in dem Fall aktiv. „Das ist mit Sicherheit ein Fall für den Staatsanwalt“, sagte am Montag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln, Günther Feld.

Die Hinweise auf die Unregelmäßigkeiten und Untreue bei der WDR-Tochter „kamen von Dritten“, sagte Hindersin. In welchem Zeitraum und aus welchem Grund Piltz das Geld unterschlagen haben soll, ist bisher unklar. „Wir haben ein sehr großes Interesse, das zu prüfen und zu klären“, betonte Hindersin.

Stephan Piltz war seit 1998 Geschäftsführer bei der WDR-Tochter WPEG. Der technische Dienstleister bietet etwa die Digitalisierung von Archivbeständen, Film-Sanierungen oder Überspielungen von Videos an.

Zuvor war der Jurist von 1976 bis 1980 Referent des damaligen WDR-Intendanten Friedrich-Wilhelm von Sell, von 1980 bis 1990 Leiter der Intendanz und von 1990 bis 1998 Sprecher beim WDR in Köln, dem größten ARD-Sender. dpa/Tsp

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