Medien : Urlaubsgrüße aus dem Internet

Fotos vom Ferienort verschicken: Das erfreut Freunde und Bekannte – und schafft Platz für neue Bilder

Kurt Sagatz

Bereits während des Urlaubs die schönsten Fotos mit Freunden und Verwandten zu teilen ist dank Internet so einfach und preisgünstig wie die Digitalfotografie selbst. Ein Internet-Café und ein kostenloses Fotoalbum bei einem Fotodienst reichen aus. Die Dienste überbieten sich in Umfang und Funktionsvielfalt ihrer Angebote mittlerweile ständig. Ein Gigabyte Speicher gibt es bei GMX, 1,3 Gigabyte bei Freenet, und Yahoo verspricht: „Unbegrenzt Speicherplatz für Null Euro.“ Ist also die Speicherkarte der Digitalkamera wieder einmal zu schnell voll, werden die Fotos eben ins Internet gestellt – und die Kamera ist bereit für neue Aufnahmen. Das lohnt sich auch für Fotohandys, bei denen eine Foto-MMS aus dem Urlaub schon mal 6,50 Euro kosten kann.

WER BIETET FOTODIENSTE AN?

Die Internet-Portale haben die Werbewirksamkeit der Digitalfotografie für sich erkannt und bieten mitunter sehr umfangreiche Dienste über ihre Internet-Seiten an. Die Nase vorn bei den Kostenlos-Anbietern haben derzeit Yahoo, Freenet und GMX, aber auch Web.de (nicht als Speicher, aber sehr schöne Teilungsfunktion) und andere Provider bieten attraktive Fotodienste. Zumeist sind die Angebote an den E-Mail-Zugang der Internet-Firmen gekoppelt. In der Regel reichen kostenlose Freemail-Accounts aus. Teilweise stehen die Fotodienste aber auch nur den zahlenden Kunden zur Verfügung, so bei T-Online und AOL mit den einfach zu handhabenden Foto-Angeboten für Abonnenten.

WIE GELANGEN DIE FOTOS INS INTERNET?

Wichtigste Voraussetzung ist ein Computer mit möglichst schneller Internet-Verbindung. Der eigene Laptop kann getrost zu Hause bleiben. Für das Hochladen der Fotos besucht man am besten ein Internet-Café (siehe Kasten) oder nutzt – wenn vorhanden – den Internet-Zugang des Hotels. Der Vorteil: Man muss sich nicht mit der Einrichtung der Hardware herumärgern, die Gebühren lassen sich gut kalkulieren und zumeist stimmt auch das Internet-Tempo.

AM BESTEN MIT KARTENLESER

Um die Fotos von der Kamera oder aus dem Fotohandy (Speicherchip) in den Computer des Internet-Cafés zu bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird der Fotoapparat per USB-Kabel mit dem PC verbunden. Das funktioniert aber nur, wenn der Computer mit einem Betriebssystem arbeitet, das die Kameras ohne weiteres erkennt. Rechner, die mit Windows XP arbeiten, sind dazu in der Lage. Zuverlässiger ist allerdings die zweite Variante mit einem Kartenlesegerät (kostet zwischen zehn und 20 Euro). Diese sehr kompakten Adapter – auch Card-Reader genannt – gibt es für so gut wie jede Speicherkarte, auch die der meisten Foto-Handys. Viele Kartenleser kommen sogar mit verschiedenen Typen und Formaten zurecht. Die Kartenleser werden ebenfalls per USB-Kabel mit dem Computer verbunden. Ihr Vorteil: Die meisten Computer erkennen die Kartenleser (diese sollten USB 2.0 unterstützen) automatisch als Massenspeicher und werden wie eine Festplatte behandelt.

VOR REISEANTRITT EINRICHTEN

Die Fotodienste lassen sich zwar auch vom Internet-Café des Urlaubsortes einrichten, besser aber ist es, sich vor der Reise die Dienste in aller Ruhe anzusehen. Denn die verschiedenen Angebote unterscheiden sich nicht nur in der Speicherkapazität, sondern auch in der Art und dem Umfang der Nutzung. Einige Fotodienste bieten sogar rudimentäre Bildbearbeitungsfunktionen zur Verbesserung von Kontrast und Belichtung sowie Rote-Augen-Filter an.

BILDER AUSWÄHLEN UND HOCHLADEN

Das Grundprinzip ist bei allen Diensten gleich. Nach der Anmeldung wird zuerst ein neues Album („Urlaubsgrüße“, „Spanien 2005“ etc.) angelegt. Danach werden die Digitalfotos ausgewählt und über das Internet verschickt. In der Basisvariante muss jedes Foto einzeln ausgewählt werden, häufig sogar über den Bildnamen (vorher mit der Kamera ansehen und Nummern notieren). Um mehrere Bilder oder einen ganzen Ordner auszuwählen, muss zumeist ein kleines Programm (Java-Applet) installiert werden. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der PC des Internet-Cafés das zulässt.

BILDER FÜR ANDERE NUTZER FREIGEBEN

Will man seine Fotos mit anderen Menschen teilen, müssen die Alben freigegeben werden. Die entsprechende Option kann nur der Nutzer des Fotodienstes, nicht aber der Gast aktivieren. Einige Anbieter wie Web.de oder Freenet bieten als zusätzlichen Schutz die Vergabe eines Kennwortes an. Danach werden über die eingebaute E-Mail-Funktion die Gäste per Mail eingeladen. Sinnvollerweise können mit einer Mail gleich mehrere Adressaten angeschrieben werden. In der Mail befindet sich ein Internet-Link, der direkt zu der freigegebenen Foto- Seite führt. Dort kann man sich die Fotos entweder in der Übersicht mit kleinen Vorschaubildern oder als Bildschirmpräsentation ansehen. Die Bilder lassen sich zudem auf den eigenen Computer übertragen. Einige Fotodienste bieten zudem einen Entwicklungsservice an – allerdings ist diese Dienstleistung nicht kostenlos, die Preise für die Abzüge (ab 13 Cent) sind aber moderat.

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