Medien : US-Fernsehen: Fluchen bleibt verboten

Flüche, Schimpfworte und vulgäre Kraftausdrücke werden US-Fernsehsender künftig teuer zu stehen kommen. In einer Grundsatzentscheidung erklärte es das Oberste US-Gericht in Washington für rechtens, dass die Rundfunkbehörde FCC Strafgelder gegen Fernsehstationen verhängt, die in ihrem Programm Schimpfwörter übertragen. Die Strafandrohung gilt ausdrücklich auch dann, wenn solche Kraftausdrücke etwa in Liveübertragungen von Interviewgästen nur beiläufig fallen gelassen werden.

Das Verfahren vor den höchsten Richtern der USA geht auf einen Auftritt des U2-Sängers Bono im Jahr 2003 bei der Verleihung des Filmpreises „Golden Globe“ zurück, den der Ire in der Liveübertragung mit den Worten „really fucking brilliant“ beschrieben hatte. Zu Deutsch heißt dies in etwa „absolut verdammt brillant“, allerdings hat das sogenannte F-Wort zusätzlich noch eine unverhohlen sexuelle Konnotation. Die mit der Rundfunkübersicht beauftragte FCC hatte daraufhin im Jahr 2004 ihre Richtlinien dahingehend geändert, dass Fernsehsender für jede einzelne Erwähnung mit Strafgeldern belegt werden können.

Der Fernsehsender Fox hatte dagegen Berufung eingelegt und damit in unterer Instanz Recht bekommen; die Obersten Richter stützten nun aber mit einer knappen Mehrheit von fünf zu vier Stimmen die Praxis der FCC. Das Vorgehen der Kommission sei „weder willkürlich noch unberechenbar“, hieß es in dem Urteil. Der Richterspruch ließ allerdings offen, ob das Verbot von Flüchen und Kraftausdrücken gegen das Recht auf Meinungsäußerung verstößt. Diese Frage wurde zunächst an ein untergeordnetes Gericht verwiesen.

In den letzten Jahren hatte es sich im US-Fernsehen allerdings bereits weitgehend durchgesetzt, dass Vulgärausdrücke mit Pieptönen überspielt werden; Kritiker machen geltend, dass gerade dadurch die Aufmerksamkeit beim jungen Publikum für die Kraftausdrücke noch steige. AFP/dpa/jbh

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