US-Produktion im Deutsch-TV : "Homeland"-Rausch geht nur in Serie

Ein oder kein Widerspruch? „Homeland“ wird in Berlin gedreht, das Publikum ignoriert die TV-Ausstrahlung.

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Payback. Claire Danes leidet nicht umsonst als Carrie Mathison in der Erfolgsserie „Homeland“.
Payback. Claire Danes leidet nicht umsonst als Carrie Mathison in der Erfolgsserie „Homeland“.Screenshot: Tsp

Die spinnen, die Amis? Drehen mit 45-Millionen-Dollar-Budget die fünfte Staffel der Serie „Homeland“ komplett in Berlin – und die deutschen Fernsehzuschauer schalten schon bei Staffel vier nicht ein. Tatsächlich reagiert der Sender Kabel 1 auf die weiter sinkenden Marktanteile im Publikum und verlegt den Sendetermin von 20 Uhr 15 auf 22 Uhr 15. Was bleibt, ist die Frequenz der Ausstrahlung von drei Folgen am Stück.

„Homeland“ ist keine Erfolgsgeschichte im deutschen Free-TV. Sat 1 startete im Februar 2013 mit der Ausstrahlung der laut Eigenwerbung „besten Serie der Welt“ um die bipolare CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes). Die Quoten der ersten drei Staffeln waren unbefriedigend, also wurde das Produkt an das ebenfalls zur Senderfamilie Pro Sieben Sat 1 gehörende Kabel-1-Programm weitergereicht. Auch diese Maßnahme hatte nicht den erwünschten Effekt.

„Homeland“ ist eine Produktion der Fox 21 Television Studios für den US-Sender Showtime. Dass die Serie nun schon in die fünfte Staffel geht, zeigt an, welchen auch finanziellen Schnitt die Produzenten damit machen. In dem weltweiten Portfolio der Ausstrahlungen und TV-Lizenzen gehört die deutschsprachige Erstausstrahlung bei Sat 1/Kabel 1 keineswegs zu den entscheidenden Faktoren. In der Verwertungskette ist deutsches Free-TV auf den hinteren Rängen.

Horizontales Erzählen und lineares Fernsehen gehen nur schwer zusammen

Die Serie ist horizontal erzählt. In jeder Staffel wird ein Erzählbogen von Folge eins bis zur Schlussfolge gespannt. Immer stellt sich für die Fans die entscheidende Frage: Wie geht es in der nächsten Folge weiter? Dem widerspricht die Programm- und Ausstrahlungslogik des traditionellen, linearen Fernsehens. Hier wird episodisch produziert.

Wer bei „Homeland“ Feuer gefangen hat, der will nicht warten, streamt sich die vierte Staffel oder kauft sie in der DVD-Box vor der TV-Ausstrahlung. Geld wird über viele Kanäle verdient. Der Dreh in Berlin ist eine Investition, die sich auszahlen wird. Joachim Huber

„Homeland“, Kabel 1, Freitag, um 22 Uhr 15

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