Medien : Van-Gogh-Film „06-05“ läuft zuerst im Internet

Kurt Sagatz

Das letzte Werk des am Dienstag in Amsterdam ermordeten Filmemachers Theo van Gogh, das sich mit dem 2002 ermordeten Politiker Pim Fortuyn beschäftigt, wird zuerst im Internet gezeigt. Der gerade fertig gestellte Film mit dem Arbeitstitel „06-05“, der im Februar 2005 in die Kinos kommen soll, läuft im Netz bereits am 12. Dezember – allerdings nach derzeitigem Stand nur für die Kunden des Internet-Providers Tiscali. „06-05“ wäre damit der erste holländische Film überhaupt, dessen Premiere im Internet liefe.

In dem Film hat der 47-jährige van Gogh eine direkte Verbindung zwischen den Mördern an Fortuyn und dem holländischen Geheimdienst hergestellt, die den Populisten angeblich zum Schweigen bringen wollten. In den Hauptrollen spielen Thijs Römer und Tara Elders einen Fotografen und eine Umweltaktivistin. Der Attentäter wird von Reinout Bussemaker verkörpert, wie aus der Internet-Seite zum Film hervorgeht.

Kritik hatte van Gogh auch mit seinem Film „Submission“, der im holländischen Fernsehen lief, auf sich gezogen. In dem Kurzfilm wurde eine Muslimin zu einer Eheschließung gezwungen, von einem Onkel vergewaltigt und anschließend wegen Ehebruchs bestraft. Nach Aussagen eines Kollegen hatte van Gogh des Öfteren Todesdrohungen erhalten, die er aber niemals ernst nahm. „Er war eine kontroverse Person und ein Vertreter der freien Rede“, so der Mitarbeiter der Filmproduktionsgesellschaft. Zu Pim Fortuyn unterhielt Theo van Gogh eine freundschaftliche Beziehung. Der Filmemacher hatte den Politiker, der sich gegen die niederländische Immigrationspolitik gewandt hatte, mit dem Verweis auf das Recht am freien Wort gegen Kritik in Schutz genommen.

Die Seite zum Film unter:

www.0605defilm.nl

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