VDZ-Kongress: : Wir wollen aufs iPad!

Internationale Verlage und Medienhäuser diskutieren in Berlin über die Zukunft der Branche. Immer dabei: Apples neuer Tablet-PC.

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Wie können Zeitungs- oder Zeitschriftenverleger mit dem Internet Geld verdienen? Aroon Purie, Chef des größten indischen Verlagshauses Living Media India, hat auf diese Frage keine abschließende Antwort. Eines aber hält er in seiner Eröffnungsrede zum „Digital Innovators’ Summit“ für sicher: Um sich in der digitalen Medienwelt zu behaupten, müssten Verlage auf allen Plattformen – Print, Online, Mobil – präsent sein. Es gebe keine Option mehr, nicht digital zu sein, sagte Purie.

Für die vom Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger (VDZ) mitveranstaltete zweitägige Konferenz sind mehr als 400 Teilnehmer aus 35 Ländern nach Berlin gekommen. In ihrem Beitrag plädiert auch Carolyn MacCall, Vorstandsvorsitzende der britischen Guardian Media Group, für einen umfassenden Geschäftsansatz. „Gerade wegen der Krise muss unverändert in digitale Geschäftsfelder investiert werden.“ Für ihr Unternehmen zahle sich dies sowohl in Reichweite als auch im Umsatz aus: Während der gedruckte „Guardian“ auf Platz vier der britischen Tageszeitungen stehe, sei die Internetseite des Blatts die Nummer eins.

Auch MacCall kann „kein einzelnes Modell“ für digitale Wertschöpfung benennen, hier sei nach wie vor Kreativität gefragt. Geld für die Nutzung digitaler Inhalte zu verlangen, ist für MacCall nicht der richtige Weg. Höchstens für spezialisierte Inhalte sei dies denkbar, ansonsten aber würden Verlage sich mit einer pay wall – einer Bezahlschranke – vom Rest des Netzes abschotten – was für eine Zeitung „seltsam und gefährlich“ wäre. Die Entwicklung geht beim „Guardian“ in die entgegengesetzte Richtung: Nutzer werden einbezogen, indem etwa Online-Kommentare oder Leservideos als Anlässe für Geschichten genommen werden. So würden Medien sich mit ihrem Publikum vernetzen und so „Teil des Netzes“ werden, betonte die Managerin.

Auch MacCalls Konkurrent, der BBC-Manager Peter Phippen, glaubt nicht, dass die Entwicklung des Internet hin zu einer „kostenlosen Referenzbibliothek“ umkehrbar ist. Seine Hoffnung liegt auf Apples iPad. Das neue Gerät könne zumindest für den Magazinmarkt „ein neuer Anfang“ sein. Verlage könnten neue, eigens entwickelte Inhalte für diese Plattform bereitstellen – „für die dann auch bezahlt wird“. Jan Oberländer

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