Medien : Verbotene Liebe

ARD-Zweiteiler führt Lauterbach als Priester in Versuchung

Thilo Wydra

Bernd Fischerauer ist so ein Regisseur, den man nicht so recht einordnen kann. Viele Serien hat er gedreht. Neben diversen Folgen von „Ein Fall für Zwei", „Die Wiesingers" oder „Eurocops" sind es auch immer wieder größer angelegte Mehrteiler, die auf sein Konto gehen. So etwa die nennenswerte Verfilmung „In der Mitte eines Lebens", mit Horst Buchholz in seiner letzten Rolle als sterbendes und albern-absurdes Familienoberhaupt. Einer in dieser Familie war Heiner Lauterbach. Und Lauterbach spielt nun auch in dem neuen ARD-Zweiteiler „Im Namen des Herrn" mit, abermals unter Fischerauers Regie. Lauterbach, der zuletzt in Xaver Schwarzenbergers Afrika-Aids-Drama „Eine Liebe in Afrika" einen anglikanischen, verbotenerweise verliebten Bischof spielte, agiert hier als Pater Verismund, der sich in die Journalistin Susan (Jennifer Nitsch) verliebt – verbotenerweise.

Laut Drehbuch hat sich Mark Hellmann (Lauterbach) vor Jahren entschlossen, Priester zu werden, und lebt seither als Pater Verismund in einem Benediktinerkloster. Als das Kloster durch eine Mediengeschichte in die Schlagzeilen gerät und von der kirchenkritischen Journalistin Susan Singer (Nitsch) heftig angegriffen wird, befindet die Mönchs-Gemeinschaft, dass Pater Verimund an die Front muss, auch in eine Talkshow, um die Dinge richtig zu stellen. Tatsächlich geschehen hinter den Klostermauern unlautere Dinge. So hat Pater Albert (der verstorbene Erich Hallhuber in seiner letzten Rolle), der die Geldsäckel des Klosters verwaltet und des Nachts gerne Pokern geht, Schulden im Nacken.

„Im Namen des Herrn“: Das ist „Der Name der Rose" light, mit Rosamunde-Pilcher-Ingredienzen versetzt, das Ganze seichtsanft-süffig durchgeschüttelt. Mit durch die Bank unterforderten Schauspielern, allen voran eine Jennifer Nitsch („Der Schattenmann"), die man noch nie derart kontur- und farblos gesehen hat. Unterhaltung ohne Tiefgang – vielleicht ist Bernd Fischerauer ja doch einzuordnen.

„Im Namen des Herrn": heute und am Dienstag, 20 Uhr 15, ARD

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