Medien : Verfahren gegen Reif vor Einstellung

-

Marcel Reif (55), FußballKommentator des TV-Senders Premiere und Kolumnist des Tagesspiegel, wurde gestern erstmals zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen der Begünstigung und Beihilfe zur Steuerhinterziehung und der Geldwäsche vernommen. Nach der zweistündigen Vernehmung vor der Staatsanwaltschaft Wuppertal äußerten sich Reif und sein Anwalt Alexander Ignor optimistisch: „Aus guten Gründen können wir davon ausgehen, dass das Verfahren eingestellt wird.“ Ein weiterer Vorwurf, Reif habe die anfallende Quellensteuer aus einer Nebentätigkeit nicht abgeführt, wurde wegen des Fehlens jeglicher Grundlage gar nicht erst thematisiert.

Im Jahr 2000 war Reif von seinem damaligen Freund und Trauzeugen Gerd Kolbe gebeten worden, Bargeld von der Schweiz aus nach München zu transportieren. Kolbe gab an, dass er die Summe für den Kauf eines Hauses auf Mallorca benötige. Kolbe besaß bei der Schweizer UBS Bank ein Konto, das Geld wurde in Peseten (62 Millionen/etwa 397 000 Euro) bereitgestellt. Reif, der seit 1997 in der Schweiz lebt, soll den Empfang quittiert und das Geld im Privatauto nach München transportiert haben.

Im gleichen Jahr habe er, sagt Reif, den Kontakt zu Kolbe abgebrochen, nachdem dessen illegale Tätigkeiten bekannt geworden war. Kolbe hatte jahrelang für die Vergabe öffentlicher Aufträge Schmiergelder kassiert und wurde dafür im Jahr 2002 zu drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Nach der Anzeige gegen Reif in der vergangenen Woche, hatte er auf die vorgesehene Kommentierung des Bundesligaspiels Bayern München gegen Bayer Leverkusen verzichtet. Ebenso wurde die sonntägliche Kolumne im Tagesspiegel ausgesetzt. Nachdem sein Anwalt von einem positiven Ausgang der Affäre ausgeht, wird Marcel Reif am kommenden Sonnabend wieder für Premiere hinter dem Mikrofon sitzen, diesmal beim Spiel Hamburger SV gegen den VfB Stuttgart. In diesem Fall soll auch die Kolumne „Live aus dem Stadion“ am Sonntag wieder wie gewohnt im Sportteil des Tagesspiegel erscheinen. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben