Verkaufsgerüchte : Bertelsmann stoppt RTL-Übernahmepläne

Der Medienkonzern Bertelsmann dementiert den Verkauf von G+J.

Kaum ist der neue Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski im Amt, muss er einen seiner Pläne für Europas größten Medienkonzern vorerst auf Eis legen: Die Bertelsmann AG zog am Donnerstag das Angebot zurück, ihre TV-Tochter RTL komplett zu übernehmen. Grund seien Unklarheiten in der luxemburgischen Gesetzgebung, teilte Bertelsmann mit. Anfang Dezember war bekannt geworden, dass Bertelsmann erwägt, ein Angebot für die noch nicht zum Konzern gehörenden 10,2 Prozent an RTL abzugeben.

Bertelsmann behalte sich allerdings das Recht vor, seine Beteiligung an RTL weiter zu erhöhen. Darüber hinaus wolle der Konzern alle gegenwärtig bestehenden oder sich künftig abzeichnenden Möglichkeiten prüfen, um sein strategisches Ziel zu erreichen: die RTL Group von der Börse zu nehmen. Die Bertelsmann AG besitzt derzeit 89,8 Prozent an Europas größtem Fernsehanbieter.

Am Donnerstag dementierte Bertelsmann zudem, seine Anteile am Hamburger Verlag Gruner + Jahr (G+J) verkaufen zu wollen. „Solche Behauptungen entbehren jeder Grundlage", sagte ein Sprecher des Gütersloher Medienkonzerns dem Tagesspiegel. Das „Manager Magazin“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, Bertelsmann habe Banken mit einer Bewertung von G+J beauftragt. Bertelsmann besitzt 74,9 Prozent des Hamburger Verlags. Die Jahr-Familie, die 25,1 Prozent an G+J hält, hat ein Vorkaufsrecht und soll die Investmentbank Bear Stearns damit beauftragt haben, den Wert von G+J zu ermitteln. Auf drei Milliarden Euro soll der Verlag geschätzt worden sein. Die Jahr-Holding wollte dazu keine Stellung nehmen. sop

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