Medien : Verlagsgruppe Bauer wächst im Ausland

Ulrike Simon[Hamburg]

In Deutschland erscheinen 36 Zeitschriften aus der Verlagsgruppe Bauer. Jeder zweite Deutsche über 14 Jahre liest eine. Vor allem in den Segmenten Fernsehen („TV Movie“), Frauen („Tina“, „Neue Post“) und Jugend („Bravo“) ist Bauer führend. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass für Bauer das Auslandsgeschäft immer wichtiger wird. Seit dem Start 1980 in den USA kamen zwölf weitere Länder hinzu (u.a. Großbritannien, Mexiko, Tschechien). Etwa 1,73 Milliarden Euro wird der Zeitschriftenverlag im laufenden Jahr umsetzen, kündigte der Verlag am Montag in Hamburg an. Den leichten Anstieg um 300 000 Euro verdankt er allein den Aktivitäten im Ausland mit mehr als hundert Titeln, die 2005 erstmals mehr als 40 Prozent zum Gesamtumsatz beitragen werden.

Im Inland hingegen wird es Bauer nicht mehr über die Hürde von einer Milliarde Euro schaffen. Hier geht es in erster Linie darum, Rückgänge zu beschränken. Ein Weg sind Sparmaßnahmen: So wird bis Ende Juni 2006 ein Drittel der 950 Mitarbeiter der Kölner Druckerei entlassen sein. In Polen hingegen wird Bauer eine zweite Druckerei bauen. Nicht ausschließen will Verleger Heinz Bauer, dass künftig auch deutsche Titel in Polen gedruckt werden. Hoffnung setzt der Verlag außerdem auf neue Vertriebswege wie den Verkauf von Zeitschriften in Supermarktketten wie Lidl und Penny. Diese Entwicklung komme „in erster Linie den hochauflagigen Titeln der Bauer Verlagsgruppe zugute“, glaubt Geschäftsführer Manfred Braun. Schließlich soll mehr als bisher in die Qualität der Hefte investiert werden, weshalb mit Thomas Schneider Anfang 2005 erstmals ein Journalist in die Geschäftsführung eingezogen ist. Verleger Heinz Bauer wollte keine Angaben darüber machen, ob 2006 neue Titel lanciert oder zugekauft werden. Die beiden wichtigsten Projekte hierzulande dürften „intouch“ und „Neue Revue“ sein. Das gerade in „Revue“ umgetaufte und in ein People-Magazin umgewandelte Traditionsblatt soll möglichst schnell aus den roten Zahlen kommen. Zu Gewinn- und Verlustrechnungen äußerte sich Verleger Heinz Bauer wie üblich nicht. Dazu ist der Mann, der laut „Manager Magazin“ mit 3,2 Milliarden Euro auf Rang 22 der reichsten Deutschen steht, nicht verpflichtet.

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