Verlagshaus : Springer wenig krisengeschüttelt

Der Axel Springer Verlag ("Bild", "Welt") hat die Krise im ersten Quartal 2009 bisher vergleichsweise wenig zu spüren bekommen.

Sonja Pohlmann

Obwohl die Werbeerlöse bei den Printtiteln konjunkturell bedingt deutlich zurückgingen, steigerte der Medienkonzern insgesamt seinen Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 2,1 Prozent auf 80,3 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Donnerstag. Der Grund: Die digitalen Medien sind weiterhin starker Wachstumsmotor für den Verlag. So sind die Werbeerlöse dort um fast 27 Prozent gewachsen – dadurch lag der konzernweite Rückgang der Werbeerlöse nur bei acht Prozent.

Bei den Printtiteln leiden besonders die Wirtschafts- und Finanzmedien („Euro“, „Euro am Sonntag“, „Fonds“), bei denen sich die Werbeerlöse halbierten. Bereits seit Frühjahr setzt Springer hier auf Kurzarbeit, vier statt fünf Tage wird in den Redaktionen gearbeitet. Ein Ende dieser Sparmaßnahmen sei vorerst nicht abzusehen, sagte Döpfner. Geld in die Verlagskasse kam durch den Verkauf der Minderheitsbeteiligung an mehreren Regionalzeitungen (u.a. „Leipziger Volkszeitung“).

Trotz dieses guten Starts erwartet Döpfner für 2009 ein deutlich schlechteres Ergebnis als 2008. Rote Zahlen könne er zwar „praktisch ausschließen“, sagte Döpfner, aber man befinde sich nicht auf einer „Insel der Glückseligkeit“. Kosten müssten weiter gesenkt werden. Ein Stellenabbau oder der Verkauf von Printtiteln sei derzeit nicht geplant. Im Online-Bereich sind Investitionen denkbar. Wo, sagte Döpfner nicht. Sonja Pohlmann

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