Verlegertagung : Zeitschriften: Beliebt, aber Umsätze sinken

Immerhin, die Auswahl wird größer: Zwar wurden im laufenden Jahr 49 Magazine eingestellt, dafür 82 neu gegründet, so dass nun 1530 Titel am Kiosk liegen.

Sonja Pohlmann

Immerhin eine gute Nachricht hatte Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz seines Verbandes zu verkünden: Trotz steigender Internetnutzung werden Magazine weiterhin geschätzt, täglich lesen 93 Prozent der Menschen zwischen 14 und 69 Jahren mindestens eine halbe Stunde lang Zeitschriften. Und die Auswahl wird größer: Zwar wurden im laufenden Jahr 49 Magazine eingestellt, dafür 82 neu gegründet, so dass nun 1530 Titel am Kiosk liegen.

Trotzdem haben die deutschen Zeitschriftenverleger ein schwieriges Jahr hinter sich und so schnell dürfen sie nicht auf eine bessere Situation hoffen. Um 9,4 Prozent ging der Umsatz der Magazin-Branche in diesem Jahr zurück und beläuft sich auf nur noch 6,86 Milliarden Euro (2008: 7,58 Milliarden Euro). Grund dafür: Eingebrochene Anzeigenumsätze, bedingt durch die Wirtschaftskrise. Zwar sind davon alle Medien betroffen, Zeitschriften aber besonders. „Magazine sind eher ein Medium für Markenbildung und Imageaufbau“, sagte Fürstner. Daran würden Unternehmen gerade sparen und stattdessen eher auf tagesaktuelle Medien wie Zeitungen setzen. Die Folge sind Entlassungen in den Magazinredaktionen, etwa 1700 Mitarbeiter haben hier 2009 ihren Arbeitsplatz verloren, die Zahl der Beschäftigten liegt jetzt bei knapp über 34 000 Angestellten. Für 2010 erwartet Fürstner noch einmal mehr als 1000 Entlassungen, auch, weil eine schnelle Rückkehr zu den Anzeigenerlösen der vergangenen Jahre unrealistisch sei.

Umso schneller muss sich die Branche deshalb wandeln und neben Anzeigen und Vertrieb weitere Geschäftsfelder ausbauen: „Websites, mobile Angebote und digitale Services sind unverzichtbar“, sagte Fürstner. In diesen Bereichen erwartet der Verband bis 2012 ein „kräftiges Wachstum“, sodass die fehlenden Anzeigenerlöse zumindest teilweise ausgeglichen werden können. „Uns geht es wirtschaftlich nicht so gut, aber wir sind kampfbereit“, sagte Fürstner. (sop)

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