Medien : Verschlafen

Eurosport überträgt nachts kein Tennis aus Australien

Joachim Huber

Stell dir vor, es läuft ein wahnsinnig spannendes Match bei den Australian Open – und Eurosport bricht die Übertragung mitten im Spiel ab. Und dieser Lapsus passiert nicht einmal, sondern während des gesamten Turniers. Nachts, um 1 Uhr 30, wird in den Fernsehhaushalten mit Kabelempfang von Eurosport ausgeblendet und der Musiksender Viva plus kommt auf den Schirm. Das Problem betrifft nicht nur die Fernsehzuschauer in Berlin, sondern Millionen Fernsehzuschauer in den insgesamt 13 Bundesländern, die Kabel Deutschland (KDG) versorgt. Den Lieferanten der Kabelprogramme trifft keine Schuld. Er kann nur weiterleiten, was ihm zum Weitertransport angeliefert und freigegeben wird. Auch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg kann nur auf die Vereinbarung zwischen den Sendern Eurosport und Viva plus verweisen. Nach dieser Übereinkunft kann Eurosport, dessen regulärer Sendeschluss eben nachts um 1 Uhr 30 ist, sein Programmende verlängern, womit sich die Sendezeit von Viva plus bis 8 Uhr 30 morgens eben verlängert. Das Umschalten erfolgt automatisch per Zeitschaltuhr.

Eurosport-Sprecherin Heike Gruner sagte dem Tagesspiegel, dass der Sender die technische Möglichkeit, über den Sendeschluss 1 Uhr 30 hinauszugehen, nicht genutzt habe. „Die Freischaltung hat nicht geklappt, weil wir uns zu spät darum gekümmert haben.“ Technisch wäre das kein Problem gewesen.

Alberto Horta, Network und Programm Marketingmanager bei Eurosport, erklärte, „wir arbeiten mit Hochdruck an einer technischen Lösung noch während der Australian Open. Momentan gibt es Synchronisationsprobleme bei den Signalgeräten.“

Sprecherin Heike Gruner sagte, solch eine Fehlplanung wie bei dem Tennisturnier in Melbourne solle es nicht wieder geben. Bei den Olympischen Winterspielen und den Tennis-US-Opern werde Eurosport auf jeden Fall über 1 Uhr 30 hinaus übertragen.

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