Video-Streamingdienst : Watchever-Gründer scheiden aus

Nicht einmal zwei Wochen nach dem Netflix-Start in Deutschland müssen die Gründer von Konkurrent Watchever gehen. Der französische Mutterkonzern übernimmt die Führung in Berlin.

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Die Cops in der Watchever-Serie„Braquo“ arbeiten mit allen legalen und vielen illegalen Mitteln. Äußerst rau geht es auch im Markt der Internet-Videotheken zu. Foto: Promo
Die Cops in der Watchever-Serie„Braquo“ arbeiten mit allen legalen und vielen illegalen Mitteln. Äußerst rau geht es auch im Markt...

Vor zwei Wochen hat der weltweit führende Video-Streamingdienst Netflix in Deutschland den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Am Freitag hat dies nun zu ersten Konsequenzen bei einem Wettbewerber geführt. Stefan Schulz und Sabine Anger, die beiden Mitgründer von Konkurrent Watchever, verlassen den Dienst Ende September. Beide hatten das Unternehmen seit Januar 2013 als Geschäftsführer geleitet. Die Führung in Berlin übernimmt nun der französische Mutterkonzern direkt. Karim Ayari, der seit 2009 bei Vivendi im Entertainment-Bereich arbeitet, wird künftig als alleiniger Watchever-Geschäftsführer tätig sein.

Schulz und Anger verlassen das Unternehmen wegen "unterschiedlicher Auffassungen zur zukünftigen Ausrichtung" des Internet-Videostreamingdienstes. Es sei dabei eine einvernehmliche Lösung erzielt worden. Ayari hat einen Studienabschluss an der Französischen Ponts et Chaussées Engineering School und absolvierte einen Masterstudiengang in Betriebswirtschaft an der Londoner Business School.

Der Markt für Internet-Streamingangebote ist nicht erst seit dem Netflix-Start heiß umkämpft. Anbieter wie Marktführer Maxdome oder Amazon Prime Video und Watchever, bei denen für einen monatlichen Festbetrag unbegrenzt Filme und Serien abgerufen werden können, konkurrieren mit Pay-Per-View-Diensten wie iTunes, aber auch mit werbefinanzierten Angeboten wie MyVideo.

Watchever wollte wie Netflix auf eigene Serien setzen

Wie Netflix wollte auch Watchever auf eigenproduzierte Inhalte insbesondere im Serienbereich setzen. Eine entsprechende Ankündigung von Stefan Schulz vom Herbst 2013 wurde jedoch nicht weiter konkretisiert, die Termine für die Bekanntgabe der Details wurden immer wieder verschoben. In Frankreich hat der zu Vivendi gehörende TV-Sender Canal+ mit "Braquo" eine eigene Serie produziert, die bei Watechever ihre exklusive Deutschlandpremiere hatte. Netflix hatte vor allem mit der Serie "House of Cards" international Aufsehen erregt.

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