Video-Streamingdienste : Watchever profitiert von Netflix-Start

Noch immer hat die Watchever-Mutter Vivendi die Verkaufsgerüchte für den Video-on-Demand-Dienst nicht dementiert. Stattdessen meldet der Streamingdienst einen neuen Nutzungsrekord.

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Die Cops in der Watchever-Serie„Braquo“ arbeiten mit allen legalen und vielen illegalen Mitteln. Äußerst rau geht es auch im Markt der Internet-Videotheken zu. Foto: Promo
Die Cops in der Watchever-Serie„Braquo“ arbeiten mit allen legalen und vielen illegalen Mitteln. Äußerst rau geht es auch im Markt...

Konkurrenz belebt das Geschäft, und dies offenbar genauso in dem noch jungen Markt der Video-Streamingdienste. Nach dem Deutschlandstart des US-Anbieters Netflix hat Konkurrent Watchever im September einen neuen Nutzungsrekord aufgestellt. Die tägliche Sehdauer der aktiven Nutzer erhöhte sich auf 122 Minuten täglich, wie das Unternehmen jetzt mitteilte. Diese Zeit entspricht in etwa der Länge eines Filmes oder zwei bis drei Serienepisoden. Seit Jahresbeginn hat sich die Sehdauer bei Watchever damit verdoppelt. Zum Vergleich: Die durchschnittliche TV-Nutzung liegt derzeit nach Angaben der Fernsehforschung bei 209 Minuten.

Vivendi hat Watchever-Gründer ablösen lassen

„Diese starken Nutzungsergebnisse im September zeigen, dass Video-on-Demand wirklich im Markt angekommen ist und dort bereitwillig angenommen wird“, sagte der neue Watchever-Geschäftsführer Karim Ayari: „Die Zahlen verdeutlichen zudem, dass der steigende Wettbewerb den Markt stimuliert und allen Marktteilnehmern zugute kommt.“ Ayari hat für den französischen Mutterkonzern Vivendi die Leitung von Watchever übernommen und die beiden Gründer nach Differenzen über die künftige Ausrichtung des Dienstes abgelöst. Mitte des Jahres waren Berichte aufgekommen, dass Vivendi Watchever nach Anlaufverlusten im dreistelligen Millionenbereich abstoßen will. Weder Paris noch Watchever hatte dazu Stellung bezogen.

US-Börse straft Netflix ab

Welchen Schwankungen der AboVoD-Markt unterliegt, musste in der zurückliegenden Woche auch Netflix erfahren. Weil das US-Unternehmen im dritten Quartal nur um drei statt 3,7 Millionen Neukunden gewachsen ist und zudem der US-Seriensender HBO angekündigt hat, einen eigenen Streamingsdienst zu starten, sank der Börsenwert von Netflix um ein Viertel. Watchever will Netflix trotz aller Verkaufsgerüchte nicht das Feld überlassen. Bis Ende des Jahres sollen 1000 neue Filme und Serienepisoden in das Angebot aufgenommen werden, kündigte Ayari an. Kurt Sagatz

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