Medien : „Vivo“: Ein Magazin für Genussfreudige

Simone Schellhammer

Wie gesund ist ein Glas Wein am Abend? Wie richte ich mein Büro nach den Regeln von Feng Shui ein? Das sind Fragen, die sich das Servicemagazin „Vivo“ ab heute stellt. Fragen also, die auch die Sendung „Tips und Trends“ behandelte, die seit 21 Jahren immer um diese Zeit zu sehen war. Kochen, Wohnen, Mode, Sport, Autos und Garten sind auch beim Kultursender 3sat beliebte Themen. Nur im ersten Moment kann das verwundern. Ratgebersendungen haben auf allen Kanälen Konjunkur. Das neue, jeweils monothematische Magazin tritt nun aber mit besonderen Ambitionen auf: Man sei kein Verbrauchermagazin, heißt es, sondern ein „Servicemagazin für die Wissensgesellschaft“ und versuche, einen feuilletonistischen Zugang zu den Themen zu finden. Diese Steilvorlage wird nicht eingelöst. „Vivo“ ist sehr lebensnahes Fernsehen, verzichtet auf ein Studio und hat eine vom Bildungsdünkel unbeschwerte Moderatorin. Annabelle Mandeng, die man bisher eher durch seichte Fernsehproduktionen kannte („Fit for Fun“, „Bis in die Spitzen", „Das große Promi-Dinner“), moderiert die Sendung recht handfest und lebendig. Die sportbegeisterte Tochter eines kamerunischen Regierungsbeamten und einer deutschen Studienrätin, die in Togo und Pakistan aufwuchs, strahlt trotz ihrer Exotik eine freundliche Bodenständigkeit aus. Es empfiehlt sich, sie und ihre Karriere im Auge zu behalten.

Die Premiere beschäftigt sich mit dem Thema „Leben mit allen Sinnen“ und stellt im ersten Teil eine Synästhetikerin vor, also eine Frau, die Farben riechen und Geschmäcker malen kann. Wein zum Beispiel schmeckt für sie blau. In der anschließenden „Vivo“-Reportage besucht Gregor Steinbrenner, der auch die Sport-Ausgaben von „Tips und Trends“ moderierte, ein Dunkelrestaurant, wo er beim Herumsuchen auf dem Teller mit einer Infrarotkamera gefilmt wird. Die Machart ist ingesamt sehr klassisch: Porträts, Einspielfilme und Expertengespräche beleuchten die Themen von verschiedenen Seiten.

„Vivo“, 17 Uhr 30, 3sat

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