Medien : Vom Blogger überführt

„Guardian“ entlässt Reporter mit Islamisten-Kontakten

Duncan Heath

Die englische Zeitung „The Guardian“ hat einen Journalisten entlassen, nachdem ein Blogger berichtet hatte, dass der Reporter Mitglied einer extremistischen islamischen Gruppierung sei. Der Reporter Dilpazier Aslam, der einen einjährigen Probevertrag beim „Guardian“ hatte, hatte seine politischen Interessen in dem Bewerbungsformular nicht erwähnt, obwohl man dort jede politische Aktivität angeben soll.

Aslam schrieb nach den Anschlägen am 7. Juli in London Kommentare für den „Guardian“. Einer davon trug die provozierende Überschrift „We rock the boat (Wir sorgen für Unruhe): Heutige Muslime sind nicht bereit, Ungerechtigkeit zu ignorieren.“ Nach der Katastrophe schrieb Aslam, dass die Briten von den Anschlägen nicht überrascht sein sollten. Er beschrieb sich selbst als einen „Yorkshireman“ durch und durch. Aus der Grafschaft Yorkshire kamen übrigens die Attentäter vom 7. Juli auch. Aslam beschäftigte sich in der Zeitung meistens mit islamischen Themen. Früher hatte er zum Beispiel über den Fall einer Schülerin aus Luton berichtet, die vor Gericht ging, um für ihr Recht zu kämpfen, ein Kopftuch in der Schule zu tragen.

Ein Weblog hatte Aslams Verbindungen zur Hizb-ut-Tahrir-Partei enthüllt. Erstmals wurde einem britischen Journalisten gekündigt, weil er von Bloggern aufs Korn genommen wurde. Das Pikante dabei: Der Leiter des Blogs, Scott Burgess, hatte sich vor neun Monaten selbst um die Stelle beworben, die Aslam dann bekam.

Hizb-ut-Tahrir ist eine umstrittene Partei, die in England zwar erlaubt ist, in vielen anderen Ländern aber nicht. In ihrer Veröffentlichung „The Inevitability of the Clash of Civilisations“ (Die Zwangsläufigkeit der Auseinandersetzungen zwischen Zivilisationen) setzt sich die Partei für einen globalen islamischen Staat Khilafah ein. Einem BBC-Bericht zufolge fördert die Website von Hizb-ut-Tahrir Rassismus und Antisemitismus, nennt Selbstmordattentäter Märtyrer und fordert Muslime auf, Juden zu töten. Aslam hatte für die Website geschrieben und gefordert, dass ein Staat Khilafah gegen den Staat Israel kämpfen müsse.

Der „Guardian“ hat mitgeteilt, dass die Entlassung von Aslam mit ähnlichen Entscheidungen in den USA korrespondiere. Der 27-jährige britische Muslim könnte jetzt den Rechtsweg gegen seine ehemaligen Arbeitgeber beschreiten: „Ich bin darüber schockiert, wie diese ganze Affäre behandelt wird. Meine Behandlung bringt Streitfragen hervor, die für alle Journalisten beunruhigend sein sollen. Ich lasse mich zurzeit juristisch beraten“, sagte Dilpazier Aslam.

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