Medien : Von Dänen und Neuronen

Tom Peuckert

verrät, was Sie nicht verpassen sollten Das menschliche Bewusstsein gilt heute als das größte wissenschaftliche Rätsel. Wie gelingt es dem Hirn, sich selbst bei der Arbeit zu beobachten? Ist Bewusstsein die bloße Summe neuronaler Rechenprozesse? Entsteht es durch einen Quantensprung ins Geistige? Kommt gar der göttliche Funke ins Spiel? Matthias Eckoldts Feature „Visualisierung der Wahrnehmung“ bilanziert den aktuellen Stand der Forschungen. Es gibt Experten, die halten unser Bewusstsein für gar nicht kompliziert. Andere sehen darin ein prinzipiell unlösbares Rätsel (Deutschlandradio Kultur, 12. Oktober, 19 Uhr 30, UKW 89,6 MHz).

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Immer besser verstehen wir die neurochemischen Wurzeln unserer Emotionen, unseres Verhaltens und Denkens. Wie verändert dieses Wissen das Bild des Menschen von sich selbst? Welchen Einfluss hat die expandierende Hirnforschung auf die Gesellschaft und ihre Institutionen? Auch darüber gibt es mittlerweile wissenschaftliche Studien. In ihrem Feature „Du bist nichts als ein Bündel Neuronen“ stellt Doris Arp sie vor (Deutschlandfunk, 13. Oktober, 20 Uhr 10, UKW 97,7 MHz).

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Seit Amerika einen Krieg gegen den Terror führt, hat die Imperialismusforschung Konjunktur. Was will das neue Superreich, wie viel Gewalt wird es mobilisieren? „Geld und Glaube“ heißt ein Radioessay von Uwe Pralle , der zu den Wurzeln des amerikanischen Imperiums führt. In Geld und Glaube sah Max Weber zwei einander ergänzende Ursprungsmächte des modernen Kapitalismus. Amerika hat seine Identität darauf gegründet. Pralle erzählt, wie mit Geld und Glaube alles begann (Kulturradio, 13. Oktober, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

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Ein Mann in mittleren Jahren sitzt in einem Zug. Er hat ein festes Ziel und eindeutige Absichten. Trotzdem wird aus seiner Fahrt eine komplizierte Angelegenheit. Holger Böhmes Hörspiel „In einem Zug“ schickt seine Hauptfigur auf eine abgründige Lebensreise. Ein unbekannter Sohn des Mannes taucht auf, ungeklärte Lebensfragen werden drängend, gewisse Versäumnisse erweisen sich als gravierend. In kunstvollen Montagen reist der Mann auf der Lebensbahn weit zurück. Immer mehr Stimmen reden in seinem Kopf durcheinander. Er war stets ein Mann der Tatsachen, aber plötzlich geben sie keinen Halt mehr (Kulturradio, 14. Oktober, 22 Uhr 04).

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Welches Kind hat sich nicht von Andersens Märchen faszinieren lassen? Immer steckte etwas Dunkles in den Geschichten, ein unsichtbarer Abgrund. „Reisender zwischen den Welten“ heißt eine Sendung von Tom Daun und Marc-Christoph Wagner , die den eigentümlichen Dänen porträtiert. Wer war Hans Christian Andersen? Ein Junge aus armen Verhältnissen, ein Parvenü aus der Provinz. Ein Geschichtensammler, dem seine Heimatstadt Kopenhagen wie eine Bibliothek erschien. Hinter jedem erleuchteten Fenster eine Geschichte. Andersen hat alle aufgeschrieben (Deutschlandradio Kultur, 15. Oktober, 0 Uhr 05).

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