VON TOR  zu Tor : Banalitäten-TV

Richard Weber

Sinnloser Zuschauerservice

Vor Absingen der Nationalhymnen – Zuschauerhinweis, Teletext 150. Dort Hymnen-Text, aber nicht in der Landessprache, sondern auf Deutsch. Ziemlich wertfreie Info.

Etikettenschwindel

„WM-Telegramm“: nix mit Infos. Singendes Zimmermädchen, Fußballprofi Max Kruse, nicht bei der WM, sondern beim Pokern. Roger Milla, Fußballer aus Kamerun, nein, nur ein Double. Und ziemlich verworrene Insektenkunde: eine Adonis-Libelle, die Ronaldo nervt, daher der Name – Hä? Die Deutschen, die wie Insekten über Portugal herfallen. Hä? Und ein Spieler, der einen Schmetterling vom Platz trägt. Banalitäten-Hitparade.

Text-Bild-Scheren

Gut, wenn ein Reporter, das was die Kameras zeigen, dem TV-Zuschauer erklärt. Schlecht, wenn er Dinge erklärt, die nicht zu sehen sind. Steffen Simon schwärmt vom schönen Stadion, zu sehen sind angeheiterte Fußballfans. Und als er das niederländische Königspaar erwähnt, wackelt ein Holländer in Frauenkleidern mit seinen Schaumstoffbrüsten.

Aufdringlichste Werbebotschaft

Kommentator Steffen Simon, ganz eifersüchtig auf die Zuschauer, weil die auf die tolle WM-App der „Sportschau“ zugreifen können und er nicht. Befehl zum Runterladen. Geht das nicht subtiler?

Nichtssagendes Interview

Schwester Leichtfuß Fernanda Brandao fand wohl in ganz Rio keinen Interviewpartner. Ihr Opa hatte auch keine Zeit, also kurz Rolle gewechselt. Jetzt wird Opdenhövel und sein Mikro vollgelabert. Höhepunkt der Sülz-Nullnummer: ihre möglichen Gewissensqualen, wenn im Endspiel Brasilien auf Deutschland trifft. Sprechpause für Fernanda!

Falsches Versprechen

„Wir müssen gewinnen. Irgendwie!“ Torschützenkönig Fernando Torres vor dem Spiel. Zwei Stunden später, Spanien von Chile besiegt und raus. Richard Weber

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