VON TOR  zu Tor : Fast fehlerfrei

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Hier der neueste Stoff für die Superstars, die mängelfrei durch den Alltag surfen und nur Verachtung und Häme für jene Figuren haben, die ja gar nichts auf die Reihe bekommen. Also, aufgepasst, fertig machen zum Losprusten: Béla Réthy hat doch glatt behauptet, bei Belgien – Russland sei der Belgier Vermaelen frei zum Kopfball gekommen. Dabei sah doch noch die letzte Oma, dass es Vertonghen war. Réthy entschuldigte sich.

Sind jetzt alle zufrieden? Alle, die TV-Reporter generell für Pfeifen halten, egal wie gut oder schlecht sie sind? Fein, dann jetzt zum seriösen Teil. Réthy, Thomas Wark, Kommentator von Algerien – Südkorea, Oliver Welke, Oliver Kahn und Urs Meier auf dem Hoteldach, sie alle hatten am Sonntag die im Alltag übliche Fehlerquote, fielen also kaum negativ auf.

Réthy kommentierte wie immer, zurückgenommen, fachmännisch (Fehler inbegriffen) und mit durchaus angenehmer Sprache. Wer eine der nervendsten Sirenen im Ohr hat, den Marktschreier Bernd Schmelzer, weiß, was Réthy wert ist. Natürlich lieferte auch er schräge Sätze. Einer lautete: „Ein 0:0 zur Halbzeit, das sich anfühlt wie ein 0:0.“ Aber gut, passiert. Wark? Souverän-unauffällig. Kahn? Hatte nur einen Aussetzer, in der Pause der Belgien-Partie: Bei einem so schlechten Spiel wisse er kaum, was er analysieren solle. Ja, Herrgott, was die Teams falsch gemacht haben, das soll er analysieren. Aber ansonsten? Alles solide.

Auch weil Deutschland nicht spielte. Damit blieben einem die Interviews mit den wahlweise dämlichsten oder schleimigsten Fragen erspart. Erspart blieb einem aber nicht Sven Voss mit der Reclam-Version der Ranschmeißer-Gespräche und sinnlosen Fragen. „Wie sehr haben Sie das 1:0 herbeigefiebert?“, fragte er Daniel van Buyten. Leider sagte der Belgier nicht: „Hm, na ja, nicht so sehr. Ist ja bloß ’ne WM. Da ist man ja nicht so emotional.“ Aber die nächste Vorlage kommt bestimmt. Frank Bachner

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