Von Tor zu Tor : Spielerfrauen verzweifelt gesucht

Mehmet Scholl erklärte die Spielerfrau einst zum Traumberuf. Mit Ausnahme von Mats-Hummels-Spielerfreundin Cathy Fischer sieht man bei der WM 2014 wenig von ihnen.

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Mats-Hummels-Spielerfreundin Cathy Fischer lieferte sich via "Bild" einen Mini-Zank mit Simone Ballack.
Mats-Hummels-Spielerfreundin Cathy Fischer lieferte sich via "Bild" einen Mini-Zank mit Simone Ballack.Foto: Imago

Spielfreie Tage während einer Fußball-Weltmeisterschaft brachten früher Spielerfrauen auf die Medienplätze. Ihre Männer kurierten Blessuren, tobten sich an der Play Station aus, jetzt konnten die Spielerfrauen aus der Tiefe ihrer Hotelzimmer kommen. Grundregel Nummer 1 war klar: Verlasse das Hotel nie ohne Sonnenbrille, High Heels und Handtasche. Victoria Beckham war das leading role model, die Mutter aller Spielerfrauen. Zusammen mit den übrigen „soccer wives“ (heißt bestimmt nicht so) aus dem englischen Team zog sie eine Schneise der Verschwendung durch Germany. Es war ihr ganz eigenes Sommermärchen 2006. Ihnen zu folgen war ganz einfach, die Boulevardreporter mussten nur der Spur der Scheine folgen. Saufen (sorry), shoppen, Show, die „soccer wives“ hatten exzellente Exzesse im Schein ihrer glühenden Kreditkarten.

Das ist so Vergangenheit. Schon 2010, in Südafrika, war sehr viel weniger Drama, Baby! Putz und Protz hätten so gar nicht ins Entwicklungsland gepasst. Und 2014? Die „Bild“ versuchte zwar mit aller Macht, die Mats-Hummels-Spielerfreundin Cathy Fischer als WM-Kolumnistin zu positionieren, aber schon der Miniaturzank mit Simone Ballack, das ist die Ex-Spielerfrau von Michi Ballack, blieb bloßes Bemühen.
Mehmet Scholl antwortete einst, befragt nach seinem Traumberuf: „Spielerfrau“.Das würde er heute nicht mehr antworten, denn heute arbeiten die allermeisten Frauen, Freundinnen, Lebensgefährtinnen der Fußballer, sie sind so selbstständig wie selbstbewusst. Schluss mit dem Status des anhänglichen Accessoires mit dem umgehängten Designertäschchen.
Die Frauen, die jetzt einen Fußballer zum Partner haben, würden die Frage nach ihrem Traumberuf so beantworten: „Mehmet Scholl“. WM-Experte bei der ARD. Mit Ruhm, Geld und überschaubar viel Arbeit gesegnet.

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