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Vorabend-Abschied : "Gottschalk Live" endet mit schwacher Quote

Thomas Gottschalk verabschiedet sich vom ARD-Vorabend, nicht einmal eine Million Zuschauer sind dabei. Obwohl ihn offensichtlich niemand so recht sehen wollte, gibt er ein Versprechen: "Ihr werdet noch vor mir hören".

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Der TV-Veteran mit der nicht mehr ganz so wie früher wallenden Lockenmähne tritt ab: Heute lief die letzte Ausgabe von Thomas Gottschalks Talkshow.
Der TV-Veteran mit der nicht mehr ganz so wie früher wallenden Lockenmähne tritt ab: Heute lief die letzte Ausgabe von Thomas...Foto: dpa

Über das Ende von „Gottschalk Live“ ist beinahe alles gesagt oder geschrieben worden. Nicht jede Kritik war berechtigt, sagt Thomas Gottschalk am Mittwoch in der letzten Sendung der Vorabend-Show, die nach nicht einmal fünf Monaten wegen des schleichenden Quotentods aus dem Programm genommen wurde. „Ich komme mir vor wie im Märchen. Da steht immer, 'als er die letzte Stunde kommen fühlte, holte er die Seinen zu sich und erzählte'“, plaudert ein sichtlich gelöster Gottschalk.

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Aufstieg und Niedergang von "Gottschalk Live"
Die Lösung? Thomas Gottschalk (links) und Harald Schmidt könnten als Dauer-Unterhalter auf dem ZDF-„Traumschiff“ anheuern. 2009 haben sie es schon gemacht – und es war so großartig, dass Inka Bause jubelte und trubelte.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: ZDF/Dirk Bartling
19.04.2012 22:35Die Lösung? Thomas Gottschalk (links) und Harald Schmidt könnten als Dauer-Unterhalter auf dem ZDF-„Traumschiff“ anheuern. 2009...

Gerade einmal 920 000 Zuschauer (Marktanteil: 4,3 Prozent) wollten sehen, wie sich Gottschalk vom ungewohnten Sendeplatz ab 19 Uhr 20 verabschiedet. Seine Show „Gottschalk Live“ wurde nach nur viereinhalb Monaten abgesetzt, weil sie die Quotenerwartungen nicht erfüllen konnte: Durchschnittlich 1,21 Millionen Zuschauer brachten 4,8 Prozent Marktanteil – weniger als die Hälfte von dem, was die ARD als Ziel ausgegeben hatte.

Gut gelaunt sitzt Gottschalk im Casual-Friday-Dress im überfüllten Studio des Berliner Humboldt-Carrés und genießt den Zuspruch. „Sehnse, es geht doch, auch wenn mich der Applaus an ,Spendet für Thommy‘“ erinnert“, spricht der Moderator, der bereits vor der ersten Sendung von „Gottschalk Live“ den Ausflug ins Vorabend-Programm der ARD als Blindflug in die Todeszone bezeichnet hatte. Er selbst scheint an diesem Mittwoch am zufriedensten damit, dass dieser Schrecken ein schnelles Ende gefunden hat. „Ich bin einer der wenigen Moderatoren im deutschen Fernsehen, die es geschafft haben, sich zweimal in einem halben Jahr vom Publikum zu verabschieden“, scherzt er weiter. „Mein Ziel ist nun der Dreisprung, drei in einem Jahr, das muss doch hinzukriegen sein.“

In jedem Fall geschafft hat es Gottschalk, in seinen letzten 17 Sendungen die Aktion „66 Träume“ zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Hier stimmt dann sogar die Quote, als sich eine Viertelmillion Menschen per Televoting daran beteiligten, den Schwestern des Berliner Elisabethstifts den Hauptpreis von 50 000 Euro zuzusprechen, so dass nun einige weitere Kinder in ihre Schule aufgenommen werden können. Gottschalk hingegen ist froh „dass es keinen langen Abschied“ gibt.

Seinen Fans verspricht er: „Sie werden noch von mir hören“, auch wenn der Vorabend ohne ihn „sehr öde“ werde. Sein Vertrag mit der ARD läuft, so hatte es der 62-Jährige Entertainer gerade erst in einem Zeitschrifteninterview bekräftigt, noch bis Ende des Jahres. Wann und wo er wieder zu sehen sein wird, wird jedoch nicht gesagt.

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