Medien : Was bisher geschah

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Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gibt bekannt, von Gruner + Jahr vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung den Berliner Verlag zu erwerben. Dort erscheinen neben der „Berliner Zeitung“ die Boulevardzeitung „Berliner Kurier“, das Stadtmagazin „Tip“ und das Anzeigenblatt „Berliner Abendblatt“.

12. Dezember 2002: Das Bundeskartellamt untersagt Holtzbrinck den Erwerb der „Berliner Zeitung“.

13. Januar 2003: Holtzbrinck beantragt eine Ministererlaubnis für den Erwerb des Berliner Verlages. Die „Berliner Lösung“ soll gewährleisten, dass die Redaktionen von Tagesspiegel und „Berliner Zeitung“ dauerhaft unabhängig bleiben.

29. März 2003: Holtzbrinck veröffentlicht die „Stiftungslösung zur Sicherung der Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Redaktion des Tagesspiegel“ (siehe Kasten).

10. April 2003: Die Monopolkommission empfiehlt Clement, die Erlaubnis zum Erwerb des Berliner Verlags nicht zu erteilen.

15. April 2003: Der Vorstandsvorsitzende des Verlags Axel Springer, Mathias Döpfner, droht Clement in einem Brief, im Fall einer Ministererlaubnis für Holtzbrinck müssten kurzfristig die „Welt“ und mittelfristig die „Berliner Morgenpost“ eingestellt werden.

22. April 2003: Im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit findet die erste öffentliche, mündliche Anhörung im Verfahren um die Ministererlaubnis statt.

8. Mai 2003 : Anstelle der für den 13. Mai erwarteten Entscheidung über die Ministererlaubnis teilt das Ministerium mit, die Voraussetzungen für eine abschließende Bewertung seien noch nicht erfüllt. Holtzbrinck wird beauftragt, einen Käufer für den Tagesspiegel zu suchen. Der potenzielle Käufer muss insbesondere eine Gewähr dafür bieten, dass der Tagesspiegel dauerhaft als eigenständige Zeitung erhalten wird.

9. Mai 2003 : Bauer bekundet öffentlich Interesse am Tagesspiegel.

16. Mai 2003 : Es erscheinen Anzeigen von Sal. Oppenheim, in denen zur „Prüfung der Veräußerbarkeit“ des Tagesspiegel aufgefordert wird. Darin steht, potenzielle Bieter sollten bis zum 23. Mai ihr Interesse bekunden. Bauer bleibt als einziger Bieter übrig.

1. September 2003: Die Monopolkommission empfiehlt Clement erneut, keine Sondergenehmigung zu erteilen.

2. September 2003: Bauer bekräftigt sein Interesse am Tagesspiegel. Er wolle alles bieten, was Holtzbrinck zur Bestandssicherung geboten hat und noch bieten wird. usi

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