Medien : Was Fernsehleute in den Ferien sehen SOMMERINTERVIEW (4)

-

Heute: Oliver Kalkofe, Erfinder und Moderator von „Kalkofes Mattscheibe“

Wo verbringen Sie Ihre Ferien?

In Estepona/Spanien. Zwei Wochen ExtremeFaulenzing und möglichst nichts Spannendes erleben. Im Urlaub will ich Ruhe.

In welcher Reichweite befindet sich dort der nächste Fernseher?

Immer noch zu Fuß erreichbar. Aber ich pass’ auf, dass er mich nicht verfolgen kann.

Sind Ferien grundsätzlich fernsehfreie Zeit?

Zwangsläufig. Zur Ferienzeit wird ja generell nur das wiederholt, was man schon beim ersten Mal nicht sehen wollte. Der Sommer ist das Straflager des Fernsehzuschauers – da muss er für alles büßen, was er den Rest des Jahres über ignoriert hat.

Für welches Ereignis würden Sie eine Ausnahme machen?

Keine Ahnung – Naddel besteht live den Idiotentest, Heiner Bremer schaltet den Teleprompter ab, Dieter Bohlen kotzt Buttermilch, Richterin Barbara Salesch verurteilt sich selbst wegen Verarschung der Zuschauer, Patrick Lindner springt vom Musikantendampfer … Es gäbe vieles, womit man das Publikum angenehm überraschen könnte. Es traut sich nur keiner.

Was vermissen Sie in den Ferien?

Meine DVDs und mein Weinregal.

Was gefällt Ihnen am Fernsehen im Ausland?

Dass man exakt das gleiche sieht wie zu Hause, nur man versteht zum Glück den Text nicht. Im deutschen Fernsehen läuft so gut wie keine eigene Sendung mehr. 95 Prozent der Unterhaltungsprogramme sind exakte Kopien aus dem Ausland, nur mit schlechteren Moderatoren. Somit sieht man fast auf der ganzen Welt das gleiche, was auch bei uns läuft, beziehungsweise das, was wir demnächst zu sehen kriegen.

Die Fragen stellte Carla Woter.

Illustration Imke Trostbach, Foto: dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben