WDR-Experiment : Sieben Tage, sieben Hörspiele

Jeder Tag ist im WDR-Radio künftig Hörspieltag. Zum Beginn des Experiments wurde Orson Welles' Drehbuch zu "Herz der Finsternis" mit Sylvester Groth und Ulrich Matthes inszeniert.

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Das „Herz der Finsternis“ als Hörspiel: Sylvester Groth (v.l.n.r.), Walter Adler und Ulrich Matthes.
Das „Herz der Finsternis“ als Hörspiel: Sylvester Groth (v.l.n.r.), Walter Adler und Ulrich Matthes.Foto: WDR

Der Ursprung ist unverkennbar. Das Hörspiel „Herz der Finsternis“ nach der Erzählung von Joseph Conrad beginnt mit dem Satz „Die Kamera schwenkt ins Führerhaus mit Kurtz in der Mitte. Überblendung“, im Hintergrund ist ein Filmprojektor zu hören. Orson Welles wollte den Roman in den 1930er Jahren verfilmen, doch über das Drehbuchstadium kam das Vorhaben nicht hinaus. Auf dieser Basis hat nun Walter Adler ein fünfteiliges Hörspiel geschaffen, in dem Sylvester Groth die Rolle von Charles Marlow und Ulrich Matthes die von Kurtz übernommen hat. Und für alle, die den Roman bislang nicht gelesen haben: Der Film „Apocalypse Now“ mit Marlon Brando und Martin Sheen ist die bekannteste Adaption des Stoffs, der dafür von Afrika in den vietnamesischen Dschungel verlegt wurde.

„Das Herz der Finsternis“ ist zugleich der Auftakt für ein außergewöhnliches Radioexperiment: Das Kulturradio WDR 3 führt zum Jahresbeginn einen werktäglich festen Hörspiel-Sendeplatz ein. Von Montag bis Freitag sendet die Welle um 19 Uhr 05 Uhr ein knapp einstündiges Hörspiel. Zusammen mit den Hörspielplätzen bei WDR 5 am Wochenende gibt es im WDR-Radio somit an jedem Tag ein Hörspiel.

Zu den weiteren Neuproduktionen der nächsten Monate an dieser Stelle gehören die Suchanek-Krimis des österreichischen Autors Rainer Nikowitz, der neue Roman von Abbas Khider „Ohrfeige“, ein crossmediales Projekt basierend auf dem Roman „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace und ein WDR-Hörspiel im Zeichen der Debatte um Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ von den Theater- und Hörspielmachern Helgard Haug und Daniel Wetzel von Rimini Protokoll. Kurt Sagatz

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