Medien : WDR will mehr Migranten als Moderatoren

Der WDR möchte mehr Moderatoren mit Migrationshintergrund beschäftigen. „Das ist eines unserer Hauptziele“, sagte der WDR-Integrationsbeauftragte Gualtiero Zambonini am Donnerstag. „2010 wird fast die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland eine Zuwanderungsbiografie haben, das heißt, mindestens ein Elternteil ist nicht in Deutschland geboren. Wir wollen diese Lebenswirklichkeit spiegeln, auch bei den Programmmachern. Sonst senden wir am Publikum vorbei.“ Zu Unrecht bestehe immer noch der Eindruck, dass zum Beispiel Türken vor allem türkische Sender einschalteten. „Tatsache ist, dass Türken und andere Migranten in großer Mehrheit doch auch deutschsprachige Medien nutzen“, sagte Zambonini. „Die große Mehrheit nutzt mehr deutsches als muttersprachliches Fernsehen. Da sehen wir im Medienbereich keine Parallelgesellschaft.“ Allerdings nutzten Zuwanderer vor allem die kommerziellen Sender. „Das hat damit zu tun, dass es unter den Migranten viele junge Menschen gibt, und die interessieren sich eben eher für Unterhaltung.“ Die Informationssendungen der ÖffentlichRechtlichen würden aber geschätzt, wie eine Studie ergeben habe. „Die ,Tagesschau’ wird als ernstzunehmende Quelle gesehen.“ Bis zu zehn Prozent der in NRW lebenden Migranten würden regelmäßig mit dem Multikulti-Sender „Funkhaus Europa“ erreicht. „Das zeigt, dass wir ein Publikum mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln haben.“ dpa/Tsp

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