Wechsel : Bohm ist nicht Bauer

Kiefer Sutherland spielt die Hauptfigur in der neuen Mystery-Serie „Touch“. Sein Martin Bohm ist ganz anders als Jack Bauer in der Echtzeitserie "24". Die gibt es jetzt als Kinofilm.

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Acht Jahre lang musste Jack Bauer die Welt retten. Das war so lohnend wie anstrengend. Danach wollte sich Kiefer Sutherland, Star der Echtzeitserie „24“, eine Fernsehpause gönnen, Theater wie in New York spielen. „Die Pause ist sehr kurz geworden, als Tim Kring mit dem Buch zu ,Touch’ vorbeigekommen ist“, erzählte der 45-jährige Schauspieler beim Pressetermin in Berlin. Kring ist mit „Heroes“ oder „Crossing Jordan“ einer der Großen im Gewerbe. Also drehte und dreht Sutherland jetzt die erste „Touch“-Staffel für den US-Sender Fox. Der deutsche Privatsender ProSieben nutzt die Vorlage zum Blitzimport. Start ist am 26. März, jede der 13 Folgen wird nur wenige Tage nach der Fox-Ausstrahlung gezeigt. Sutherland sagte, dass der deutsche Fernsehmarkt für die amerikanischen Produzenten mittlerweise sehr wichtig sei. Was auch damit zusammenhängt, dass die hohen Kosten (und Gewinne) mehr denn je über Auslandslizenzen realisiert werden müssen.

„Touch“ ist sehr fern von „24“. Der seit den Anschlägen vom 11. September verwitwete Martin Bohm hat – anders als Jack Bauer – sein und das Leben anderer nicht im Griff. Der Ex-Journalist schuftet in der Gepäckverwaltung am Flughafen. Sein Sohn Jake (Darsteller David Mazouz hat Sutherland aus 40 Bewerbern ausgewählt) ist Autist, er kommuniziert nur in Zahlen und Diagrammen, er will nicht berührt werden. Nur allmählich begreift sein überforderter Vater, dass Jake über besondere Gaben verfügt. Der kleine „Rain Man“ erkennt Muster, Zeichen, er sieht in die sehr nahe Zukunft und weiter. Und vieles, was so disparat erscheint, formt sich mehr und mehr zu einem großen Ganzen. „Touch“ ist Mystery, Fantasy und eine berührende Vater-Sohn-Geschichte.

Und was macht Kiefer Sutherland nach der ersten Staffel? Er dreht den lange angekündigten Kinofilm zu „24“. Jack Bauer rettet dann nicht mehr die Welt, er muss sich selber retten. Joachim Huber

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