Wechsel : Naumann geht für Weimer zu „Cicero“

Michael Naumann, Herausgeber der Wochenzeitung „Zeit“, wechselt als neuer Chefredakteur zum Politikmagazin „Cicero“.

314164_0_ddc65f3b.jpg Foto: Promo
Michael Naumann.Foto: Promo

Michael Naumann, Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“ und ehemaliger Kulturstaatsminister, wechselt Anfang Februar 2010 als neuer Chefredakteur zum Politikmagazin „Cicero“. Das teilte der Schweizer Medienkonzern Ringier in Zürich mit. Bereits bekannt war, dass der bisherige Chefredakteur und „Cicero“-Gründer Wolfram Weimer in gleicher Funktion zum Münchner Nachrichtenmagazin „Focus“ wechselt, wo er die Nachfolge von Helmut Markwort antritt. Starttag für Weimer bleibt der 1. September 2010, wie der „Focus“ bekräftigte.

Die Monatszeitschrift „Cicero“ erscheint seit April 2004 bei der deutschen Tochter des Schweizer Medienhauses Ringier. Christian Unger, Vorstandsvorsitzender der Ringier AG, sagte, das Blatt „hat sich zu einer der wichtigsten meinungsbildenden Zeitschriften Deutschlands entwickelt“. Der künftige Chefredakteur will den eingeschlagenen Kurs fortsetzen: „,Cicero‘ ist eine anspruchsvolle, ernst zu nehmende und erfolgreiche Zeitschrift, die von mir nicht neu erfunden werden muss.“

Dieser Satz ist umso bemerkenswerter, als Beobachter mit der Ernennung von Naumann an den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) denken müssen, der als Berater des Verlegers Michael Ringier fungiert. Bislang ist die publizistische Tönung von „Cicero“ eher konservativ. Wenn Naumann sagt, das Magazin müsse von ihm nicht neu erfunden werden, zeigt dies an, dass jetzt nicht die Sozialdemokratisierung von „Cicero“ beginnen muss. Naumann gibt die „Zeit“ seit 2004 mit heraus, deren Chefredakteur er ab 2001 war. Der Journalist und Verleger war von 1999 bis 2000 unter Schröder erster Staatsminister für Kultur und Medien. 2008 kandidierte Naumann erfolglos um das Amt des Ersten Bürgermeisters von Hamburg.

Für Ringier Deutschland ist mit „Cicero“ die Suche nach neuen Chefredakteuren nicht abgeschlossen. Bei „Monopol“, dem Monats-„Magazin für Kunst und Leben“, hat Chefredakteur Cornelius Tittel gekündigt. Aus dem Ringier-Umfeld ist zu hören, dass der frühere „Welt am Sonntag“-Redakteur wieder zu Axel Springer zurückkehrt. Als Kulturchef, als Mitglied der Chefredaktion der „Welt“-Gruppe. Damit soll der Generationenwechsel starten, „Welt“-Chefredakteur Thomas Schmid ist Jahrgang 1945. Am Horizont sehen Beobachter „FAZ“Herausgeber Frank Schirrmacher im Springer-Reich auftauchen. Ganz oben, ganz vorne. Und den „Focus“ in Berlin. Ende der Spekulation. Joachim Huber

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben